News Frankreich Trab, 12.04.2026
(hen) Mit dem Frühling kehrt auch der Erfolg in den normannischen Stall von Mansour Krouchi (Foto:@scoopdyga) zurück. Die drei Sieger vom vergangenen Sonntag sind dafür der beste Beweis und für LeTrot Grund genug ein Portrait über den Trainer Krouchi zu erstellen.
Endlich wieder Frühling
Besser hätte es kaum laufen können: Am vergangenen Sonntag gewannen in Chartres und Les Andelys alle drei Starter aus dem Training von Mansour Krouchi. Damit beginnt die Saison seines Stalls so richtig mit dem Frühling, was natürlich ganz nach seinem Geschmack ist. "Für eine kleine Struktur wie unsere ist der Winter immer ruhig", erklärt der 33jährige, "auch wenn wir mit wenigen Startern in Vincennes nicht schlecht abgeschnitten haben. Der Winter ist wirklich nicht meine Lieblingszeit. Eher die schlimmste. Es ist kalt, es regnet, wir haben nur wenige Pferde am Start... Man muss da einfach durch, das gehört zum Beruf."
Die Familie als Fundament
In der Familie Krouchi spielte Vater Nordine, eigentlich Buchhalter, später Rennpferdebesitzer, die entscheidende Rolle. "Mein Bruder Ibrahim und ich haben unsere Eltern oft auf die Rennbahnen begleitet. Manchmal haben wir sogar die Schule geschwänzt, aber das behalten wir lieber für uns", sagt Mansour mit einem Lächeln.
Die beiden Brüder, die zwei Jahre auseinanderliegen, absolvierten ihre Ausbildung gemeinsam auf der AFASEC-Schule in Graignes. "Unsere Eltern wollten eigentlich nicht, dass wir diesen Beruf ergreifen. Auch die Trainer, bei denen mein Vater Pferde hatte, haben uns wegen der Schwierigkeiten davon abgeraten. Heute arbeiten Ibrahim und ich zusammen. Es ist nicht immer einfach, aber gemeinsam ist man stärker. Die Familie ist unser Fundament."
Ein Projekt wird Realität
"Ohne die Pferde meines Vaters hätte ich mich nie selbstständig gemacht."
Ein Jahr nach seinem Einstieg als Profi im Januar 2018 stellte Mansour Krouchi seinen ersten Starter als Trainer. Anfangs mietete er Boxen im Stall von Charles Cuiller und nutzte Trainingsmöglichkeiten in Grosbois.
Seit drei Jahren ist der Traum vom eigenen Stall Wirklichkeit geworden. In Notre-Dame-d’Estree-Corbon im Departement Calvados. "Das ist ein echtes Familienprojekt. Es war nicht leicht, ein passendes Grundstück zu finden, aber wir haben Stallungen, Trainingsbahn und Paddocks gebaut. Solche Projekte sind nie wirklich abgeschlossen, aber wir haben jetzt ideale Arbeitsbedingungen."
Nur 15 Minuten von der Rennbahn in Lisieux und eine halbe Stunde vom Meer entfernt, haben die Krouchi's den perfekten Ort gefunden, um ihre Leidenschaft zu leben.
Ein sorgenvoller Blick
Trotz des erfolgreichen Wochenendes blickt Mansour Krouchi mit Sorge auf die aktuelle Situation. "Ich bin nicht beruhigt", sagt er offen. "Alle Kosten steigen. Zuletzt besonders der Dieselpreis. Deshalb habe ich beschlossen, die Reisen mit meinen Pferden so weit wie möglich zu reduzieren."
Ein Start in Le Croise-Laroche im letzten Monat war die Ausnahme, weil Looping De Caponet dort eine besonders günstige Startmöglichkeit hatte. "Das schränkt uns ein, weil wir weniger Optionen haben, aber wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben. Für kleine Ställe ist es wirklich schwierig."
Lemon Fleury - Das Juwel
Als Jährling wurde Lemon Fleury für 14.000 Euro auf einer Arqana Trot-Auktion von der Familie gekauft und hat sich mittlerweile zu einem Spitzenpferd unter dem Sattel entwickelt. Unter der Leitung von Trainer Mathieu Mottier wurde der Real de Lou-Sohn Dritter im Prix Jag de Bellouet (GR I).
"Ich habe nicht genug Erfahrung, um ein Gruppe-Pferd selbst zu trainieren, und wollte gegenüber meiner Familie auch nicht egoistisch sein. Deshalb habe ich ihn zu Mathieu Mottier gegeben - dem Spezialisten im Monte-Bereich, bei dem mein Vater schon Pferde hatte", erklärt Krouchi.
Nach einem Zwischenaufenthalt in der Normandie wird der Sohn von Real de Lou Ende des Monats wieder in den Stall von Mathieu Mottier wechseln, mit Blick auf das große Ziel: den Prix de Normandie.
