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Josef Franzls Damenriege räumt ab

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Nachschau Berlin-Mariendorf, 01.08.21

 

Nach dem Buddenbrock-Spektakel und drei Wochen vor Beginn des Derby-Meetings lockte Mariendorf mit einer soliden Hausmannskost bietenden Neun-Rennen-Karte. Genau das Richtige für Josef Franzl und sein Damen-Trio aus dem Gestüt Lasbek, für das Berlin den Kurztrip voll und ganz wert war. Der in der gewinnärmsten Klasse locker vorneweg beim dritten Auftritt ihre Maidenschaft ablegenden Raja-Mirchi-Tochter Ruaha stand ihre ins schwedische Register eingetragene Zucht- und Stallgefährtin Rosima in nichts nach. Am schwierigsten war noch die Startphase, doch als Andreas Gläser einsah, mit Russel nicht vorbeizukommen und als innerer Dritter hinter Petit Four Venus einparkte, zog die Love-You-Tochter ihr Ding ganz nach Belieben ihres Chauffeurs durch. Wie Ruaha blieb sie überlegen voraus, während Russel genügend Körner aufgespart hatte, Lacoste Star für den Ehrenplatz niederzuringen. Der Schützling von Marcel und Marciano Hauber wird eine gehörige Schippe draufpacken müssen, soll es beim geplanten Derby-Auftritt in drei Wochen nicht zu einem Debakel kommen.

 

Und weil aller guten Dinge Drei sind und auch Josef Franzl diesen Spruch kennt, ließ er sich mit seiner bei 11:10 als Tipp des Tages gehandelten Lasbeker „Schwedin“ Palmyra nicht lumpen. In bestechender Manier schoss die Vierjährige von ganz außen vor Lazy Breeze puppenleicht in Front, regelte dort alles nach Belieben und band im Einlauf den Sack genauso wild entschlossen zu wie zuvor ihre Trainingskameradinnen. Ollivander dankte die diesmal defensive Ausrichtung und raufte sich an Don Timoko vorbei, wogegen sich die beiden Derby-Anwärter nicht sonderlich profilieren konnten: Lazy Breeze landete deutlich zurück unscheinbar auf Platz vier, Othello PS wurde nach der zweiten Galoppade zum zweiten Mal in Folge „rot“ ausgemustert.

 

Bei den Geldschränken schien alles davon abzuhängen, wie Halva von Haithabu den Bänderstart hinbekommen würde - die Chancen für ein fehlerloses Eintreten standen 50 zu 50. Heinz Wewering behielt kühles Blut und brachte den Europabummler beim Fehl- wie beim gültigen Start prima auf die Hufe. Noch besser konnte es der für diese Startmethode geradezu geborene Paris Turf, der die beiden Erstbändler schon im ersten Bogen gefressen hatte. 1.100 Meter vorm Ziel übernahm dann der kürzlich im Copenhagen Open auf 1:10,4 gesteigerte „Wikinger“ das Kommando und sollte damit den Sieg in der Tasche haben. Ein bisschen feilen für seinen 16.924. Besuch im Winner Circle musste Deutschlands 29facher Fahrerchampion dann aber doch noch, denn der bei weitem nicht so gut vom Start gekommene Willow Bay Evert erwies sich als mutiger, hartnäckiger und zäher Bursche und zog nur um Haupteslänge den Kürzeren. „Die Ohrenwatte konnte ich nicht ziehen, weil die Strippe gerissen ist. Aber Halva ist ein alter Raufer, der weiß, wann‘s darauf ankommt“, legte der ewige Goldhelm das kleine Missgeschick nicht auf die Goldwaage.

 

Das finanzielle Hauptereignis, der 6. Lauf der Newcomer-Serie um 6.000 Euro, mündete als letzter Programmpunkt in ein Dauerduell des mit viel Vorschusslorbeeren auf seine erste Auslandsreise geschickten Österreichers Oscar de Jan R mit der unermüdlichen Angreiferin Jeanine GO, bei dem die in Berlin fast schon heimisch gewordene Holländerin mit Nachwuchsstar Marciano Hauber trotz der Mehrarbeit in der Tagesbestzeit von 1:13,3 haarscharf das bessere Ende für sich behielt. 2.650 Euro nahm die fünfjährige Obsession-November-Tochter mit auf den langen Heimweg und wird am 21. August zurück auf ihre Lieblingsbahn kommen: Dann steht das Halbfinale dieser Serie an, in dem 10.000 Euro zu verdienen sind.

 

Eröffnet wurde der Renntag mit einem Match für die reicheren Franzosen-Traber, die über 2500 Meter ran mussten und in dem es wieder nichts mit dem ersten Erfolg Groom Dancers fürs neue Quartier wurde. Der Fünfjährige begann bei sechs Teilnehmern aus Startreihe zwei, womit eine Defensiv-Taktik vorgegeben war. 700 Meter vorm Ziel überrannte er mit sehenswertem Zwischenspurt den sich in Front alles bestens einteilenden Expandable Hope, der damit jedoch noch lange nicht geputzt war. Der Konter, den Dennis Spangenberg mit dem Siebenjährigen inszenierte, hatte sich gewaschen. Ganz leicht ließ er Groom Dancer rechts liegen.

 

Bei ihren ärmeren Landsleuten verlor Germinal das Rennen durch den behäbigen Start, der ihm die rote Laterne eintrug. Ganz anders waren da aus zweiter Startreihe Fend d’Ukraine, der Mitte der ersten Kurve vorn war, und Fantastic Foot drauf, der 600 Meter vorm Ziel von Michael Hönemann aus dem Mittelfeld in Marsch gesetzt wurde. Fend d’Ukraine hatte der Fuchs locker im Griff, und auch Germinal, der auf weiten Wegen das anfangs verschenkte Terrain mit Riesenschritten wettmachte, vermochte den Wallach nicht mehr zu erwischen.

 

Wie man von letzter Position ein Match umbiegt, zeigte in einer Handicap-Prüfung der seit ewigen Zeiten, genauer seit dem 26. Mai 2019 sieglose Chaplin. Diesmal versuchte es Thorsten Tietz mit Otto Cash machtvoll von vorn, wurde von Bogomir CG zu Tode massiert und verschwand in dem Maße sang- und klanglos ins Hintertreffen, wie der von Ronald de Beer gesteuerte Chaplin von dort auf weiten Wegen auftauchte und Proud Miguel sowie Bogomir CG sicher zu den Akten legte. Bei vierfachen Sieg-Odds wurden die V7+-Wetter zum Auftakt der deutschen Königswette schon mal ein wenig durchgeschüttelt.

 

Direkt im Anschluss hatte auch der zweite Starter aus dem Quartier de Beer/Koza die Nüstern weit vor der Marke in Front. Bei seinem ersten Start führte Leon Koza seinen flinken Galaxy Glitter vorsichtig ins Rennen, nahm im Scheitel des Cosino-Bogen vehement heraus und griff die Führenden Onni Waara mit Leo Oikarinen an. Leon Koza hatte rasch die Nase vorn und siegte überlegen, nachdem er am 10. Juli in Hamburg-Bahrenfeld seine Prüfung abgelegt hat.

 

Nichts verlernt in seiner 2½monatigen Pause hat Fight of the Night, dem Sebastian Gläser im einzigen Amateurfahren des Nachmittags bei der Generalprobe zum in einer Woche in Hamburg anstehenden Marion-Jauß-Pokal ein verdecktes Rennen servierte. Seinem eigenen Tempo erlag New Flat OV, während der „Nachtkämpfer“ nach ausgefuchster Fuhre immer stärker wurde und gegen Kelcy Beuckenswijk und Java Greenwood den fünften Saisonsieg aus lediglich sechs Versuchen sicher in die Scheuer brachte.

 

 

Umsatz bei 9 Rennen:

 

119.340,71 Euro (incl. 83.691,91 Euro Außenumsatz), davon 13.589,40 Euro in der V7+-Wette

 

Nächster Renntag des BTV: Samstag, 21. August 2021 - Vorläufe zum Stuten-Derby

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