Nachdem Jean-Michel Bazire zu Jahresbeginn die Folgen eines Sturzes auskurieren musste, kehrte er am letzten Wochenende siegreich in den Sulky zurück. Auf der Grasbahn von Royan siegte er gleich bei seiner ersten Fahrt mit Nobel du Gers. Am Samstag kehrt er nach Vincennes zurück, merkte aber im Gespräch mit dem ParisTurf auch an, dass er sich in der Provinz auf seine favorisierten Bahnen Royan und Chatelaillon konzentrieren wird.
Am Samstag wird JMB auch im Sulky von Liza Josselyn zu sehen sein. Den letzten gemeinsamen Auftritt gab es am 21. Dezember mit dem Sieg im Criterium Continental. Insofern ist es das Comeback eines Gespanns, das mit Spannung erwartet wird.
Bazire selbst war seit dem 01. Januar nicht mehr in seinem Wohnzimmer in Vincennes am Start. "Ich werde Liza Josselyn fahren, aber auch Iron du Gers. Zwei recht unkomplizierte Pferde. Ich muss mich ein wenig dazu zwingen, denn wenn ich auf mich hören würde, würde ich kaum noch fahren", sagt der vielfache Sulky d'Or lachend. "Ich war am vergangenen Wochenende nicht besonders aufgeregt, wieder in den Wettkampf einzusteigen, sondern eher etwas angespannt, weil ich unbedingt gleich wieder gewinnen wollte. Ich wusste, dass ich ein gutes Pferd in einem eher schwach besetzten Rennen hatte. Vielleicht auch, weil ich drei Monate lang nicht gefahren bin, war ich am Samstag in Royan noch nicht ganz auf der Höhe. Aber am Sonntag in Chatelaillon lief es schon deutlich besser."
"Werde erst in sechs Monaten wieder ganz der Alte sein"
Der 'Zidane des Rennsports", wie Bazire auch genannt wird, hat nach seinem Unfall eine lange Leidenszeit hinter sich gebracht und konnte daher das Wintermeeting nicht wie geplant bestreiten. Nach dem Sturz in Grosbois am 02. Januar musste er drei bis vier Wochen komplett pausieren, da er nahezu jedes Gefühl in der linken Hand verloren hatte und sich stark erschöpft fühlte. "Danach habe ich langsam und schrittweise wieder angefangen zu arbeiten und bin nur ein oder zwei Trainingsläufe pro Tag gefahren. Mit der Zeit hat sich mein Zustand verbessert, und ich bekomme langsam wieder ein Gefühl in der Hand. Aber ich denke, dass ich erst in sechs Monaten wieder vollständig meine Fähigkeiten zurückhaben werde. Denn auch wenn ich meine Hand inzwischen fast normal benutze, ist sie noch nicht besonders beweglich."
Nach und nach kehrt Bazire also in seinen gewohnten Alltag zurück - aber mit Vorsicht. "In den letzten Wochen habe ich regelmäßig meine Pferde in Grosbois trainiert und bin zwischendurch immer wieder aufs Land gefahren, wo ich mich derzeit auch aufhalte. Ich habe gewissermaßen mein normales Leben wieder aufgenommen. Es macht mir nach wie vor Freude, Rennen zu fahren, aber ich bin im Stall deutlich kürzergetreten. Ich stehe morgens nicht mehr so früh auf und vermeide es, nachmittags zu arbeiten. Trotzdem freue ich mich, am Samstag wieder in Vincennes zu fahren. Liza Josselyn hat im Prix Henri Levesque ausschließlich gegen Stuten eine gute Chance, weshalb wir gemeinsam mit Nicolas entschieden haben, ihre Wintersaison gewissermaßen zu verlängern. Die Stute war nach dem Winter kurz auf dem Land, bevor sie nach Grosbois zurückkehrte, um sich gezielt auf dieses Rennen vorzubereiten. Danach wird sie einige Wochen Pause bekommen und sich anschließend auf das bald anstehende Criterium der 5jährigen vorbereiten."
Bis dahin wird Bazire seine Genesung und Rehabilitation weiter fortsetzen. Im Training, im Rennen, aber auch zu Hause, fernab vom Trubel der Rennbahnen. "Ich glaube nicht, dass man mich in dieser Saison häufig auf Provinzrennbahnen sehen wird. Ich werde mich auf Royan und La Rochelle konzentrieren. Mein Sohn Nicolas wird im Laufe der Monate noch mehr Verantwortung im Stall übernehmen, so wie wir es geplant hatten. Ich werde mich in den kommenden Jahren sowohl beim Rennenfahren, als auch im Training etwas zurückziehen."
