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Antoine Lherete (Haras de Sassy): "Enormer Druck, die Pferde in Topform zu diesen Terminen zu bringen"

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Seit dem Ruhestand seines Vaters Jean-Yves vor etwas mehr als einem Jahr steht Antoine Lherete an der Spitze des Gestüts 'de Sassy'. Der 32jährige könnte am 25. Januar gleich vier Deckhengste aus seinem Gestüt am Start des Prix d’Amerique sehen: J’Aime le Foot und Hooker Berry, die er selbst trainiert und die am Sonntag im Prix de Belgique antreten, sowie Go On Boy und Keep Going.


Foto: SCOOPDYGA

 

Gemeinsam mit seiner Frau Aurelie übernahm Antoine Lherete Ende 2024 offiziell das in Saint-Christophe-le-Jajolet (Departement Orne) gelegene Haras de Sassy und trat damit die Nachfolge seiner Eltern Jean-Yves und Celine an. "Wir hatten immer den Wunsch, uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Das war also schon länger geplant", erklärt er.


Der junge Profi könnte nun das Vergnügen haben, gleich vier Hengste aus seinem Betrieb im prestigeträchtigsten Rennen der Welt zu sehen. Seine Schützlinge J’Aime le Foot (Vierter im Prix de Bretagne) und Hooker Berry, der sich über das Preisgeld qualifizieren kann, treten am Sonntag im Prix de Belgique an, während Go On Boy und Keep Going ihr Ticket bereits über ein B-Rennen gelöst haben. "Das ist großartig! Go On Boy verbringt viel Zeit im Gestüt. Mit Romain Derieux herrscht ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Seine Pflegerin Angelique Beaufils kümmert sich hervorragend um ihn. Er ist ihr Liebling. Auch Keep Going ist ein sehr umgängliches Pferd. Ich habe ihn parallel zu seiner ersten Decksaison trainiert. Mit Mathieu Mottier stehen wir regelmäßig in Kontakt, und auch mit dem Besitzer, Herrn Davet, läuft alles sehr gut."


Beeindruckende Bilanz für die Hengste des Gestüts


Das Haras de Sassy trägt maßgeblich zu den sportlichen Erfolgen seiner Hengste bei. 15 Deckhengste stehen für die Saison 2026 zur Verfügung. Besonders erfolgreich verliefen in den letzten Jahren die Auftritte im Elitloppet, mit Siegen von Timoko (2014 und 2017), Dijon (2019), Horsy Dream (2024) und Go On Boy (2025). "Wenn sie solche großen Rennen gewinnen, bedeutet das, dass die gesamte Vorarbeit gut und ohne Rückschläge verlaufen ist", sagt Antoine Lherete. "Es ist trotzdem ein enormer Druck, die Pferde gesund und in Topform zu diesen Terminen zu bringen."


Ein dicht gefüllter Alltag


Antoine Lherete und sein rund zehnköpfiges Team haben einen vollen Terminkalender. "Ich kümmere mich um das Training, während meine Frau die Hengste, Besamungen und Abfohlungen betreut", erklärt er. "Bei der Balneotherapie arbeiten wir zusammen." Zum Betrieb gehören außerdem rund zehn Zuchtstuten, hinzu kommen Einstellstuten während der Decksaison sowie die Vorbereitung von Jährlingen für Auktionen (2025 etwa 20 Pferde). In der Hochsaison können sich 120 bis 130 Pferde gleichzeitig auf dem Gelände befinden.

Balneotherapie als Trumpf


Besonders bekannt ist das Haras de Sassy für sein Balneotherapie-Zentrum, dass regelmäßig Spitzenpferde empfängt. "Idao de Tillard hat im vergangenen Jahr hier trainiert. Aktuell kommt Lancier du Goutier zwei- bis dreimal pro Woche", berichtet Lherete. "Manche Pferde kommen zur mentalen Entlastung, andere zur Rehabilitation. Die Nachfrage besteht das ganze Jahr über."


Auch der Prix d’Amerique-Sieger 2023, Hooker Berry, war vor einigen Monaten dort: "Zum einen deckt er bei uns. Zum anderen hatte mich Jean-Michel Bazire Ende September kontaktiert. Zusammen mit dem Besitzer wollte er dem Pferd einen Tapetenwechsel ermöglichen, da seine Moral etwas gelitten hatte. Er macht nun Wassertraining, schwimmt sehr gut und arbeitet dabei auf eine andere Art."


Hooker Berry, im Besitz von Michel Aladenise, versucht am Sonntag im Prix de Belgique, seine dirkete Teilnahme am Amerique zu sichern. Antoine Lherete selbst wird den Prix d’Amerique im Sulky von J’Aime le Foot erleben. "Das ist großartig für das ganze Team, denn vor dem Winter hatten wir das überhaupt nicht auf dem Schirm. Er ist ein hartes, zuverlässiges Top-Pferd ohne gesundheitliche Probleme. Er wurde für viel Geld gekauft (700.000 Euro auf Arqana-Auktion im Januar 2023) und hat immer gut gearbeitet. Im Rennen wie auch im Gestüt. Schon allein im Prix d’Amerique zu starten, hat eine große Belohnung."


2025 - ein Referenzjahr für Antoine Lherete


Seit 2016 ist Antoine Lherete als öffentlicher Trainer im Haras de Sassy tätig. 2025 war seine bislang beste Saison: 20 Siege und 516.215 Euro Gewinnsumme. "Es war ein sehr gutes Jahr. Die Pferde, von denen wir es erwartet haben, haben geliefert. J’Aime le Foot erreichte sein Ziel im Prix de Londres (GR II-Monte/Enghien), und Kamehameha gewann eine Etappe des GNT in Nantes."


Der Trainer betreut rund 20 Pferde: "Ich kann den Bestand nicht vergrößern. So kann ich stärker selektieren und nur die Pferde behalten, die wir wirklich schätzen."


Für 2026 hofft er auf eine ähnlich erfolgreiche Saison: "J’Aime le Foot und Hooker Berry können wieder ein gutes Jahr haben, ebenso Kamehameha, der am Tag des Prix d’Amerique (25. Jan) im Prix Jean-Rene Gougeon (GR III) laufen soll."


Besonders gespannt ist er auf den Nachwuchs: "Ich habe interessante junge Pferde, etwa No Man’s Land, der am 23. November in Cherbourg siegreich debütierte und bald in Cordemais wiederzusehen sein wird. Ich glaube, er kann eine tolle Saison haben. Er 'strahlt'. Ich lasse mir Zeit mit ihm, da er recht kräftig gebaut ist. Das ist ein großes Talent."


Auch Lady de Vandel soll bald zurückkehren: "Sie ist eine gute Stute. Nach ihrem Sieg in Cabourg letzten Sommer habe ich sie pausieren lassen. Sie gehörte zu meinen kranken Pferden, dadurch ging Zeit verloren. Sie kann sich gegen Ende des Meetings zeigen und danach über den Winter hinaus weitermachen."

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