Ein Nachruf von Hermann Gallhoff
Als ich mit »Hein« Potthast anlässlich seines 75. Geburtstags am 9. Septemer des vergangenen Jahres das letzte Mal gesprochen habe, wirkte er nicht mehr wie ein Jugendlicher, aber durchaus vital, lebenslustig und frohen Mutes.
In Unkenntnis über seinen doch schon recht kritischen Gesundheitszustand habe ich mich noch auf ein direktes Wiedersehen mit ihm in absehbarer Zeit verständigt. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen, denn jetzt ist der lange Leidensweg des passionierte Pferdesportlers zu Ende gegangen. Am Sonntag hat er für immer die Augen geschlossen.
Heinz Potthast war ein Mann, der auf der Beliebtheitsskala bei jedem, der ihn kannte, ganz weit oben angesiedelt war. Er strahlte eine wohltuende Gelassenheit aus, ohne dabei phlegmatisch zu wirken. Seine Charaktereigenschaften waren in dem rauen Metier des Rennsports vorbildlich und geradezu wohltuend.
Gerne haben ich zu seinem 75 Geburtstag im Spätsommer vergangenen Jahres über seinen beruflichen Werdegang berichtet, der mit einem Jurastudium seinen Anfang nahm, bevor er dann aber aus Leidenschaft zu den Pferden den Paragrafen-Dschungel gegen das illustre Rennbahnleben eintauschte.
Viele Jahre war er nach seiner Ausbildung bei Heinz Wewering eine feste Größe am Stall des Abonnementchampions. Ihre Zusammenarbeit trug über mehr als eine Dekade goldene Früchte, und auch in seiner späteren Selbstständigkeit gelangen dem Recklinghäuser viele herausragende Erfolge, die er u.a. für eigene Farben mit seinem Cheetah-Sohn Chico und dem gutklassigen Trappatoni erzielte.
Vielmehr aber als die sportlichen Auszeichnungen, die er vorranging auf den westdeutschen Trabrennbahnen erzielte, sind jedoch die menschlichen Werte, die ihn unvergessen machen.
Heinz Potthast stand im deutschen Trabersport für einen Menschenschlag, den man mögen musste. Seine Gesellschaft war von großer Unterhaltung und viel Fachwissen geprägt, nie aufschneiderisch, bescheiden, aber selbstbewusst.
Mit seiner Frau Martina, die er immer nur Tina nannte, verband ihn neben einer fast 30-jährigen Partnerschaft auch die Faszination für die schnellen Vierbeiner, die er mit ihr gemeinsam bis zuletzt mit großer Passion verfolgte.
Mit Heinz Potthast verliert die deutsche Trabergemeinde einen großen Sportsmann und einen absoluten Sympathieträger.
"Fare well, lieber Hein", wir werden dir stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, aber in erster Linie natürlich seiner Ehefrau Martina.
