News Frankreich Trab, 12.05.2026
(hen) Der Prix des Ducs de Normandie am letzten Samstag entwickelte sich im französischen Lager zu einer echten Generalprobe für das große Elitloppet-Wochenende am 30. und 31. Mai. Der Großteil der französischen Vertreter, die in Schweden an den Start gehen werden, war in Caen am Ablauf. Sechs Teilnehmer des Gruppe II-Rennens werden Ende des Monats auf der legendären Rennbahn von Solvalla antreten. Was denken ihre Teams über deren Leistungen in diesem Rennen, das als Sprungbrett für Solvalla diente? Dieser Frage ging 24h au Trot auf den Grund und befragte mit ein paar Tagen Abstand zum letzten Start die betreffenden Quartiere. (Foto:@APRH)
Die sechs Teilnehmer, die aus dem 'Ducs' auch in Solvalla antreten werden, bilden noch nicht unbedingt die ganze "Reisegruppe" nach Schweden. In den kommenden Tagen könnten sich weitere Pferde anmelden, beziehungsweise eingeladen werden. Sicher ist nur, dass sich die sechs Starter des letzten Samstags in Caen, auf zwei verschiedene Klassiker verteilen werden.
Dazu gehören drei Teilnehmer für den Harper Hanovers Lopp (GR I), der am Samstag, dem 30. Mai, stattfindet: Inmarosa, die Titelverteidigerin des Rennens, Igrec de Celland und Kobayashi.
Das zweite Trio umfasst die Elitloppet-Teilnehmer, der am Sonntag, dem 31. Mai, über die Bühne geht: Inexess Bleu, Idao de Tillard und Jabalpur.
Wie weit sind sie in ihrer Vorbereitung vor den internationalen Duellen in Schweden? Nach den verschiedenen Gesprächen herrscht insgesamt eher Zufriedenheit.
Die Elitloppet-Teilnehmer
Nur Go On Boy, der Titelverteidiger des Elitloppet, fehlte an diesem Samstag in Caen unter den bisher vier eingeladenen französischen Pferden. Die drei anderen Teilnehmer zeigten im Prix des Ducs de Normandie ihren aktuellen Leistungsstand.
Inexess Bleu - Eine dreifache Herausforderung
Der beeindruckende Sieger des 'Ducs', obwohl er beschlagen am Start war, übertraf die Erwartungen seines Umfelds. Nun stellen sich vor dem Elitloppet gleich drei offene Fragen: seine Eignung für die kleine Bahn, für die Meilendistanz und für das Format mit Vorlauf und Finale.
Sein Trainer Laurent Abrivard erklärt dazu: "Er ist ein echtes Pferd für große Bahnen. Vielleicht liegen wir in drei Wochen im Elitloppet in Solvalla falsch mit unserer Teilnahme, weil er kein 1.600-Meter-Pferd ist. Aber wir werden es versuchen. Es ist das einzige Gruppe I-Rennen, das er noch laufen kann. Das beschäftigt mich sehr. Bis dahin werden wir nichts grundlegend verändern. Das Pferd hat seine eigene Art. Man muss hoffen, dass ihn der Autostart in Solvalla motiviert. Er darf nicht fünfzehn oder zwanzig Meter hinter den Führenden geraten. Wenn er in Schlagdistanz bleibt, wird er beim Angriff großen 'Schaden' anrichten."
Für seinen Fahrer Alexandre Abrivard gilt: "Es wird laufen, wie es läuft. Wir werden alles tun, um bestens vorbereitet nach Solvalla zu fahren."
Geplant ist, Inexess Bleu in Solvalla im Vorlauf mit derselben Ausrüstung wie in Caen vorzustellen. Beschlagen mit vier Aluminium-Eisen zu je 100 Gramm. Und ihn im Finale, wenn er sich qualifiziert, barfuß antreten zu lassen.
Idao de Tillard - Gute Eindrücke
Mit den schnellsten letzten 500 Metern am Samstag (06,8) hat Idao de Tillard als Fünfter sein volles Potenzial noch nicht wieder erreicht. Das ist logisch und normal nach seiner Winterpause, die mit einer schweren Operation verbunden war.
Sein Fahrer Clement Duvaldestin zeigte sich dennoch zufrieden: "Er ist ungefähr so gelaufen, wie wir es geplant hatten, auch wenn er unterwegs vielleicht ein oder zwei Positionen zu weit hinten lag. Er bestätigt, dass wir mit ihm derzeit erst bei etwa 80% sind. Wir wissen, wie extrem schwierig es in Caen ist, von hinten wegzukommen, und das erhöht den Wert seiner heutigen Leistung zusätzlich. Ich bin mit meinem Pferd zufrieden. Die Eindrücke waren sehr gut."
Jabalpur - Drei entscheidende Wochen
Jabalpur, der am Samstag den elften Platz belegte, war für ein Vorbereitungsrennen angekündigt worden. Arnaud Chavatte zog unmittelbar nach dem Rennen Bilanz: "Seine heutige Leistung ist nicht leicht zu analysieren. Ein Pferd auf diesem Niveau zu beurteilen, das nicht auf seinem bevorzugten Linkskurs läuft, in einem Rennen mit einer Kilometerzeit von 10,7, ist sehr kompliziert. Er ist auf Rechtskursen sehr schlecht und hat in beiden Bögen Zeit verloren.
Auf diesem Niveau ist das schwierig. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass er auf der Zielgeraden mehr Boden gutmacht, als er es getan hat. Heute (Samstag) lief er nicht barfuß und das Rennen war kein eigentliches Ziel. Uns bleiben noch drei Wochen, um seine Form weiter zu steigern. Ich denke, wir liegen im Zeitplan. In drei Wochen muss er besser sein. Ich bin nicht alarmiert, aber auch noch nicht völlig beruhigt. Eigentlich wollte ich in diesem Rennen gar nicht unbedingt starten. Jetzt müssen wir das Pferd in den kommenden drei Wochen auf sein bestmögliches Niveau bringen."
Harper Hanovers Lopp
Der Harper Hanovers ist inzwischen beinahe eine Domäne der französischen Traber geworden. Drei der letzten vier Ausgaben wurden von französischen Pferden gewonnen. Das Gruppe I-Rennen wird über 3.140 Meter aus dem Band gestartet. Drei französische Kandidaten sind angekündigt, darunter die Titelverteidigerin Inmarosa.
Inmarosa - Perfekte Form
Inmarosa fiel am Samstag durch ihren starken Endspurt auf. Mit 07,5 für die letzten 500 Meter, trabte sie die zweitschnellste Zeit im Feld für die letzte Halbe. Die Achtplatzierte überzeugte insbesondere ihren Fahrer Leo Abrivard, der erklärte: "Sie war perfekt. Sie hatte während des gesamten Rennens viel Energie und ist sehr stark ins Ziel gekommen. Das ist sehr positiv. Im April in Italien (7. im Gran Premio Costa Azzurra) hatten wir uns etwas Sorgen gemacht. Jetzt stehen wir genau dort, wo wir drei Wochen vor ihrem großen Ziel in Schweden sein wollten. Vielleicht wird es schwieriger als im vergangenen Jahr, aber sie wird ihren Titel mit Ambitionen verteidigen."
Igrec de Celland - Die Fahrerfrage
Er gehörte am Samstag zu den positiven Überraschungen. Nachdem er im Schlussabschnitt nur schwer eine freie Passage gefunden hatte, beendete Igrec de Celland das Rennen stark auf dem vierten Platz.
Sein Trainer Christophe Jariel erklärte dazu: "Die Form des Pferdes ist sicher und perfekt. Seine beste Jahreszeit ist das Frühjahr. Während der Decksaison ist er nicht derselbe. Seine letzten Leistungen in Italien (4. im Gran Premio Costa Azzurra) und im Ducs de Normandie waren hervorragend. Von der Kondition her ist er auf seinem besten Niveau. Jetzt gibt es nichts Neues mehr zu erfinden. Man wird sicherlich auch etwas Rennglück brauchen.
Er wird 40 Meter Zulage haben, und alles muss gut laufen, damit er ein passendes Rennen bekommt. Ich habe keine Erfahrung mit Schweden, und vielleicht werden wir noch am Start arbeiten, aber ich glaube nicht, dass ihn der schwedische Bänderstart stören wird, bei dem die Pferde mehrere Kreise im Band drehen müssen. Nun müssen wir noch den Fahrer finden. Es ist noch nichts entschieden. Ich hätte gerne Benjamin Rochard genommen, der das Pferd gut kennt, aber es ist nicht sicher, dass er verfügbar sein wird, da seine Frau schwanger ist und das Kind genau zu dieser Zeit kommen könnte. Ehrlich gesagt habe ich im Moment noch keine konkrete Lösung."
Kobayashi - Debüt im Ausland
Kobayashi (9.) hielt sich lange Zeit in der zweiten Hälfte des Feldes zurück, beendete das Rennen jedoch stark. Er erzielte dabei die viertbesten Zeiten, sowohl auf den letzten 1.000 Metern, als auch auf den letzten 500 Metern - in 08,9 beziehungsweise 08,0.
Die Form des Vertreters des Ecurie Hunter Valley, trainiert von Mathieu Mottier, bleibt weiterhin ausgezeichnet. Drei Wochen vor seiner dritten Teilnahme an einem Gruppe I-Rennen im Sulky, nach seinen Auftritten im Prix Ready Cash und im Prix Ourasi, wird der Sieger eines Klassikers unter dem Sattel (Prix des Centaures) auch im Harper Hanovers mit großen Ambitionen antreten.
Die Schlussphase im 'Ducs' (1.000/500 Meter) auf einen Blick:
Inexess Bleu (1.) - 08,9 / 07,7
Igrec de Celland (4.) - 09,2 / 08,7
Idao de Tillard (5.) - 08,8 / 06,8
Inmarosa (8.) 08,8 / 07,5
Kobayashi (9.) - 08,9 / 08,0
Jabalpur (10.) - 09,6 / 09,2
