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Vincent Martens: "Ich habe noch nie so ein gutes junges Pferd trainiert"

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Nach einem starken Start ins Jahr mit seinen Schützlingen wird Vincent Martens an diesem Wochenende in Cagnes-sur-Mer in allen vier 'Pokal-Rennen' (Coupe) vertreten sein. Der belgische Trainer, der kürzlich von Romain Derieux beim Rekord für die meisten Siege in einem Meeting abgelöst wurde, würdigt im ParisTurf seinen Rivalen, zieht Bilanz über seinen Winter und spricht über die Zukunft seines Stalles, die vielversprechend aussieht.

 
Seit etwa sechs Monaten hat Vincent Martens die Arbeit mit seinem Bruder Christophe, der wieder als Trainer tätig ist, neu organisiert. Mit nun rund 35 Pferden unter seiner Obhut und weniger Belastung im Kopf kann sich der ältere der beiden Brüder im Alltag mehr Zeit nehmen, die Dinge sorgfältig zu erledigen. "Es ist nicht mehr wie früher. Ich betreue meine zwei kleinen Höfe in Grosbois und verfüge über rund zwanzig Paddocks in Bernay (Departement Eure), die wir uns mit Christophe teilen. So können die Pferde leicht zur Erholung aufs Land gehen. Meine Aufgabe ist nicht mehr dieselbe, aber mein kleines Unternehmen läuft ziemlich gut (lacht)", scherzt der 55jährige Trainer.
 
Mit 12 Siegen und mehr als 300.000 Euro Gewinnsumme seit dem 01. Januar verspricht das Jahr 2026 tatsächlich sehr erfolgreich zu werden. "Ich baue meinen Stall nach und nach wieder auf und setze dabei mehr auf Qualität als auf Quantität. Das ist nicht immer einfach, aber ich habe das Glück, zwei oder drei gute 3jährige zu haben, mit denen ich wieder Schwung in die Sache bringe."
 
Das Meeting in Cagnes begann zunächst verhalten mit einem ersten Sieg am 16. Januar, doch die letzten anderthalb Monate verliefen deutlich erfolgreicher und entsprachen eher seinen üblichen Standards. "Ich hatte einige kranke Pferde, aber ich war nicht so stark betroffen. Früher habe ich das Meeting wirklich gezielt angepeilt. Dieses Jahr haben wir auch im Südwesten gewonnen, etwa mit Kingslayer Pellini, oder mit Inferno Piper in einer Quinte in Paris. Für Cagnes hatte ich nur 14 Pferde. Da war es schwierig, mit so wenigen Startern viele Siege aneinanderzureihen (Anm.: 42 Starts/7 Siege/9 Platzierungen). Am Ende fällt die Bilanz in Cagnes dennoch sehr positiv aus."
 
"Romain verdient seinen Erfolg"
 
Im Winter 2020/21 hatten Vincent Martens und sein Bruder Christophe einen außergewöhnlichen Erfolgslauf und stellten mit 35 Siegen für das Quartier einen Rekord für ein Wintermeeting an der Riviera auf. Vor neun Tagen wurde dieser Rekord jedoch durch Romain Derieux mit einem Viererpack übertroffen.
 
Der belgische Profi zeigt sich dabei ausgesprochen fair und lobt seinen Rivalen ausdrücklich: "Ich erinnere mich, dass ich vor fünf Jahren einen sehr großen Bestand und eine unglaubliche Erfolgsserie hatte. Trotzdem mussten wir bis zum letzten Tag warten, bis ein Sieg von Ivoire Prestance im 'Pokal' den Rekord brachte. Am Ende waren wir ziemlich am Ende unserer Kräfte, und meine Pferde waren müde. Die Pferde von Romain sind dagegen immer noch in Topform. Er macht eine hervorragende Arbeit. Ob morgens im Training oder nachmittags im Sulky. Er macht kaum Fehler. Er verdient seinen Erfolg. Es ist schön, von einem solchen Jungen geschlagen zu werden. Er steht bei 42 Siegen, obwohl noch drei Renntage ausstehen...Das ist verrückt! Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden, aber seiner könnte länger halten als meiner (lacht)."
 
Us Darby im Gruppe I-Rennen
 
Am 24. Januar in Vincennes erlebte Vincent Martens einen großen emotionalen Moment, als Us Darby im Prix Paul Viel (GR II) den Favoriten Nob Hill besiegte. "Das war ein großartiger Augenblick. Mit diesem Hengst erleben wir eine schöne Geschichte, denn ich habe bereits seine Großmutter Ilaria Jet, seinen Vater Tony Gio und seine Mutter Princess Kronos trainiert. Manchmal fällt einem ein gutes Pferd einfach unerwartet zu. Seine Mutter hat uns bereits einige Rennpferde von Ready Cash oder Face Time Bourbon gebracht. Und jetzt kommt mit Tony Gio, der zwar hervorragend gezogen ist, aber weniger bekannt als die beiden anderen, plötzlich ein Crack heraus! Er hat alles, vor allem die richtige Einstellung. Ich habe noch nie ein so gutes junges Pferd trainiert."
 
Nach seinem überlegenen Sieg in einem eher schwach besetzten 'Pokal der 3jährigen' in Mons, dürfte die große Stallhoffnung vorerst nicht mehr in Frankreich zu sehen sein. "Ich habe sein Programm bis Ende Mai geplant, und er hat in Frankreich kein passendes Engagement. Ich denke, ich werde ihn für ein Gruppe I-Rennen am Wochenende des Elitloppet in Solvalla vorbereiten. Bis dahin habe ich nur Startmöglichkeiten in Belgien, wo ich ohnehin Pferde aus meinem Bestand einsetzen muss, damit die Rennen zustande kommen. Wie beim letzten Mal wird er dort wahrscheinlich sehr leicht gewinnen, aber das gibt ihm wenigstens zusätzliche Erfahrung."
 
Zeit für Nodessa Josselyn
 
Neben Us Darby hat Vincent Martens noch weitere vielversprechende 3jährige in seinem Stall. Dazu gehören etwa Noman's Point, der am Samstag ein Kandidat für den Sieg ist oder Nostalgie d'Olmen, die bei ihren ersten Starts einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat.
 
Besonders gespannt war man jedoch auf das Debüt von Nodessa Josselyn, der Tochter von Ready Cash und Belina Josselyn, die am vergangenen Samstag an der Riviera erstmals im Rennen angetreten ist. Die für die Rekordsumme von 740.000 Euro erworbene Stute musste sich dabei allerdings mit dem dritten Platz begnügen. "Mit ihrem Debüt war ich nur halb zufrieden, aber auch nur halb überrascht. Als junge Stute hat sie überhaupt nichts gezeigt, und jetzt läuft sie morgens im Training Abschnitte teiweise in 10,0. Sie kommt bei der Arbeit nie außer Atem. Allerdings geht sie in den Bögen noch sehr schlecht. Sie braucht viel Gewicht und es fehlt ihr deutlich an Kraft, weil sie stark gewachsen ist. Im Moment ist sie schwer einzuschätzen. Kurzfristig werde ich sie einmal auf einem Rechtskurs laufen lassen, und wahrscheinlich werde ich ihr anschließend drei Monate Pause geben, damit sie ihr Wachstum abschließen kann. Man weiß nicht, was daraus in Zukunft noch werden kann. Man muss geduldig sein."
 
Vincent Martens könnte seinen Winter in Cagnes dennoch sehr erfolgreich abschließen, denn an diesem Wochenende wird er an der Riviera in allen vier Pokal-Rennen vertreten sein.
 
Die Starter des Wochenendes:
 
"Am Samstag hat Kool And The Gang (105) im 'Coupe' der 6jährigen eine Chance auf eine Platzierung. Das Pferd ist in Form, braucht aber ein schnelles Rennen, um seinen starken Endspurt einsetzen zu können. Wenn Krooner d’Heripre vorne das Tempo kontrolliert, könnte es für ihn schwierig werden.
 
Bei den 3jährigen gefällt mir Noman’s Point (603) sehr gut. Dieser hervorragende Hengst ist noch nicht in Cagnes gelaufen, hat aber bereits schöne Leistungen gezeigt (Anm.: in diesem Winter bei zwei Starts ungeschlagen). Er hat das Profil, um im kommenden Sommer im 'Yearling Cup' sehr gut abzuschneiden. Jetzt trifft er allerdings auf eine Stute wie Nassandra, die wahrscheinlich frühreifer ist als er und sehr gefährlich sein dürfte. Trotzdem wird er sich gut verkaufen.
 
Am Sonntag startet Maestria Galaa im 'Coupe' der 4jährigen. Sie ist beim Start aus dem Stand noch etwas heikel, hat auf diesem Niveau zuletzt aber sehr gut abgeschnitten. Wenn sie fehlerfrei bleibt, kann sie hinter Manhattan Emge, der etwas über den anderen zu stehen scheint, einen Podiumsplatz erreichen.
 
Was Lupin d'Olmen betrifft, so besitzt er im Pokal der 5jährigen eine erste Chance. Er ist ein schwieriges Pferd im Training, sehr faul, und ist daher immer schwer einzuschätzen, wie gut seine aktuelle Form ist. Er scheint jedoch gut geblieben zu sein und hat seine Gegner zuletzt zweimal deutlich geschlagen. Daher setze ich logischerweise auf ihn."

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