Am Samstag stellt Romain Larue mit Miss des Besaces im Prix des Centaures in Vincennes seinen 36. Starter seiner Trainerkarriere in einem Gruppe I-Rennen. Die Stute läuft in den Farben des Ecurie de Windcut. Die langjährige Partnerschaft ist durch diese Stute noch weiter bekräftigt worden. Im ParisTurf spricht der Trainer über die Aussichten seiner Nachwuchshoffnung.
"Die 2.100 Meter sind genau ihr Ding", startet Romain Larue das Interview optimistisch, als er über Miss des Besaces spricht. Die 4jährige Tochter von Memphis du Rib startet mit einem Vorteil von 25 Metern gegenüber den 5- und 6jährigen Konkurrenten. Dass sie auf höchstem Niveau bestehen kann, zeigte sie unter anderem mit ihrem zweiten Platz im Saint-Leger des Trotteurs (GR I) am 11. Oktober in Caen.
"Sie ist gut drauf. Sie konnte etwas Frische tanken. Jeder Platz ist wertvoll. Wenn das Tempo hoch ist und sie ein gutes Rennen bekommt, gehört sie aufs Podium."
Zuletzt belegte die Stute des 41jährigen Trainers einen starken vierten Platz im Prix Louis Le Bourg (GR II), obwohl sie mit Eisen antrat, was selbst ihren Trainer überraschte: "Das war sehr gut. Das Rennen lief anders als erwartet. Ich hatte entschieden, sie beschlagen zu lassen, um alles auf den 'Centaures' zu setzen. Barfuß wäre sie vielleicht unter die ersten Drei gekommen." Nach diesem Start richtet sich der Blick auf den Prix du President de la Republique (GR I). Dieses nächste große Ziel findet am 21. Juni in Vincennes statt.
Ein lohnender Kauf
Die Stute steht erst seit Oktober vergangenen Jahres im Stall. Weniger als zwei Wochen vor ihrem beeindruckenden Auftritt in Caen, nachdem sie zuvor im Prix de Perros-Guirec, einem Verkaufsrennen in Paris, gelaufen war. Herr und Frau Karsenty (Ecurie de Windcut) erwarben sie am 30. September 2025 für 20.001 Euro. Doch beinahe wäre alles anders gekommen. "Eigentlich sollte Moonlight Djoc in diesem Verkaufsrennen laufen. Zehn Tage vorher sagte ich Herrn Karsenty, dass wir stattdessen ein ähnliches Rennen im Januar anpeilen. Während des Gesprächs erwähnte er, dass ihm eine Stute im Feld gefiel, die unter dem Sattel schon gut gelaufen war. Das war Miss des Besaces. Er fragte mich nach meiner Meinung. Ich habe mir einige ihrer Rennen angesehen und gesagt, dass das wirklich nicht schlecht aussah. Also entschied er sich zum Kauf und meinte: 'Wir starten alles mit ihr und nehmen sie früh in die Zucht'. Ursprünglich war geplant, sie von Gelati Cut decken zu lassen. Ohne Moonlight Djoc hätten wir uns dieses Rennen gar nicht angesehen und die Stute nicht gekauft. Es war, glaube ich, das erste Mal, dass ich ein Pferd aus einem Verkaufsrennen gekauft habe."
Große Siege
Seit sich Larue im Jahr 2010 in Saint-Martin-de-Bienfaite (Departement Calvados) niedergelassen hat, kann der Trainer des Stalls Mont Joly auf die Unterstützung des Ecurie de Windcut zählen, die bereits Besitzer bei seinem Vater Daniel waren. "Herr Karsenty hat nicht in ein Pferd investiert, sondern in einen Trainer. Ich denke das ist der richtige Weg. Er kauft Pferde, die zu mir passen."
Gemeinsam haben sie sich nach oben gearbeitet und ganz Europa bereist, insbesondere mit Gelati Cut. Der Sohn von Coktail Jet wurde Dritter im Gran Premio Unione Europea (GR I) in Italien und Vierter im Elitloppet 2021. "Er ist das Pferd meines Lebens. Ich glaube, er wäre das ideale Pferd für den Prix d'Amerique gewesen. Wir haben immer wieder einen Crack wie Galius geschlagen (später Zweiter im Amerique). Im Finale des Elitloppet konnten wir nicht gewinnen, weil wir weder die Watte, noch die Scheuklappen gezogen haben. Uns fehlte in der Zielgeraden die Lücke. Er hätte ein solches Rennen gewinnen können."
Nachdem seine Rennkarriere 2023 wegen eines Hüftbruchs vorzeitig beendet werden musste, widmet sich Gelati Cut nun der Zucht. Seine ersten Nachkommen gehören zum N-Jahrgang.
