News Frankreich Trab, 16.01.2026
(hen) Wenige Stunden bevor Antoine Wiels seinen Crack Ino du Lupin im Prix de Brest (GR III) steuert, sprach er mit dem ParisTurf über das bevorstehende Rennen für das Aushängeschilds des Stalls, über seine Zusammenarbeit mit Jean-Paul Marmion und nennt zudem seine Favoriten für die beiden kommenden Höhepunkte im Trabrennsport.
Nach seinem Sieg an der Cpte d’Azur im Grand Prix de Noel (GR III) am 20. Dezember, zählt Ino du Lupin zu den Favoriten für den Prix de Brest. "Das war großartig in Cagnes. Wir haben leichter gewonnen, als es auf den ersten Blick wirkte", erinnert sich der 37jährige Fahrer. "Ich habe ihm nicht alles abverlangt und hatte das Pferd jederzeit unter Kontrolle. Auf der Gegenseite, als ich beschleunigt habe, ist er einen sehr starken letzten Kilometer gegangen. Das war schön anzusehen."
Obendrein stellte Ino du Lupin mit 11,5 einen neuen Bahnrekord über 2.950 Meter auf der Piste im Süden Frankreichs auf. "Es war ein sehr schnelles Rennen", fährt Wiels (Foto:Bruno Vandevelde) fort. "Seitdem ist das Pferd gut drauf. Er hat sich von Cagnes gut erholt und wird in Vincennes sogar noch besser sein. Am Samstag wird es wie immer kein leichtes Unterfangen, denn wir müssen 25 Meter aufholen. Zur Auswahl standen entweder dieser Prix de Brest oder nächste Woche der Prix du Luxembourg. Aber über 2.100 Meter wäre ich zu sehr auf Geschwindigkeit angewiesen. Und Ino ist eher ein Pferd mit Ausdauer, statt reiner Schnelligkeit. Vorne starten Pferde, die 12,5 über 2.850 Meter gehen. Wir werden also erneut 11,5 laufen müssen."
"Als wären es meine eigenen Pferde"
Seit fast 15 Jahren arbeitet Antoine Wiels für Jean-Paul Marmion und ist inzwischen der klare Stammfahrer des Stalls, der seit acht Jahren im Departement Maine-et-Loire ansässig ist. "Als Anthony Barrier damals als erster Fahrer des Stalls ging, hat mir Jean-Paul Marmion meine Chance gegeben. Zunächst war ich freier Mitarbeiter, seit sieben Jahren bin ich fest angestellt", erklärt Wiels. Er hebt dabei die Arbeit des gesamten Teams hervor: Franck Cadot (seit 35 Jahren im Stall), Olivier Guideau (Assistent von Wiels, auch im Zuchtbetrieb und beim Einbrechen der Jährlinge tätig), Jeremy Lehericey (zweiter Fahrer), Franck Le Hen (Pfleger, unter anderem von Ino du Lupin), Floribert Wartel (Arbeits-Jockey), Franck Raimbault (externer Mitarbeiter), sowie die Auszubildenden Robin Hernot und Mathieu Bodin.
Antoine Wiels ist nur selten für andere Trainer unterwegs. 2025 brachte Jean-Paul Marmion fast 500 Starter an den Ablauf. "Ich habe seit einem Jahr keinen Agenten mehr", sagt Wiels. "Ich ziehe es vor, meine Pferde selbst zu fahren und sie optimal vorzubereiten. Jean-Paul möchte, dass ich den Stall eines Tages übernehme, also arbeite ich so, als wäre es meiner - als wären es meine eigenen Pferde. Er würde alles für mich tun, also gebe ich auch alles."
Erinnerungen an den Cornulier
Wenige Tage vor dem Jahreshöhepunkt im Trabreiten kommt man an einem Rückblick auf den 23. Januar 2022 nicht vorbei. Jenen Tag, an dem Antoine Wiels mit Flamme du Goutier den Prix de Cornulier gewann. "Es war natürlich ein großartiger Moment, aber vor allem auch enormer Stress", gesteht er. "Ich hatte damals große Probleme, mein Gewicht zu halten, und es war das Jahr, in dem das Mindestgewicht auf 65 Kilo gesenkt wurde. Einen Monat lang habe ich gekämpft, das war sehr hart."
Wenige Wochen später beendete er seine Karriere als Jockey. "Ich konnte es nicht mehr halten. Um ein guter Jockey zu sein, muss man jeden Tag reiten. Und ich hatte mich entschieden, mehr für den Stall zu arbeiten."
Zur kommenden Cornulier-Ausgabe sagt der Mann mit fast 400 Siegen im Trabreiten: "Für mich ist Jeroboam d’Erable das Pferd mit den besten Leistungen und der besten Vorbereitung. Ich glaube, er wurde perfekt vorbereitet. Als Trainer hätte ich es genauso gemacht."
Zum Prix d’Amerique ergänzt er: "Fünf oder sechs Pferde können gewinnen. Epic Kronos hat mir zuletzt sehr gefallen, ebenso Frank Gio, der stark ins Ziel kam. Go On Boy, Jushua Tree und Josh Power darf man nicht ausschließen. Und für eine hohe Quote, weil er zuletzt sehr gut gelaufen ist, nenne ich Hooker Berry."
Pferde, die man im Auge behalten sollte
"Kaviase wird am 19. Januar in Vincennes im Trabreiten ein gutes Rennen zeigen. Sie ist nicht ganz einfach, aber eine sehr gute Stute. Ibiza Bella sucht noch ihren Sieg. Sie braucht ein maßgeschneidertes Rennen, folgt aber jedem Tempo. Mit einem guten Verlauf kann sie auch ein stärker besetztes Rennen gewinnen. Außerdem gibt es einige gute Pferde des Jahrgangs 'M', die man im Frühjahr oder zu Beginn des Sommers verfolgen sollte, wie Melodica Bella, Miden de Fontaine und Malicia Bella. Das sind sehr gute Pferde."
