News Frankreich Trab, 17.01.2026
(hen) Der aus dem Departement Manche stammende Thomain hat mehr als 2.360 Siege als Fahrer erzielt und den Prix de Cornulier bereits zweimal als Jockey gewonnen - mit One du Rib und Singalo. Kurz vor der nächsten Ausgabe des Cornulier", den der familieneigene Trainingsstall mit dem favorisierten Jeroboam d’Erable (Foto:scoopdyga) angehen wird, stellte sich Thomain als Co-Trainer des Stalles in Grosbois den Fragen des ParisTurf'.
ParisTurf: "In welcher Stimmung sind Sie vor einem so wichtigen Renntag?"
David Thomain: "Man nähert sich Schritt für Schritt diesem großen Rennen, dass wir schon lange im Visier haben. Das gesamte Team steht natürlich unter Druck, dazu kommt eine gewisse Ungeduld, zumal die Vorbereitung des Pferdes ohne jegliche Probleme verlaufen ist."
PT: "Ist die doppelte Enttäuschung des Winters 2024/25 inzwischen abgehakt?"
DT: "Ob Jeroboam d’Erable ohne die Knieverletzung, die er erlitten hatte, den Prix Bilibili und/oder den Cornulier gewonnen hätte? Das werden wir nie erfahren, auch wenn er im Dezember 2024 in sehr guter Form war. Dieses Missgeschick haben wir im Hinterkopf behalten, denn solche Dinge, auch wenn sie an sich nicht gravierend waren, können wieder auftreten. Trotz aller Vorsicht bleibt er ein relativ empfindliches Pferd."
PT: "Hat sich Ihr Champion seit dem letzten Winter körperlich oder mental verändert?"
DT: "Mental nicht, er ist im Alltag nach wie vor sehr unkompliziert. Er kann etwas nervös sein, wenn er aus seinem gewohnten Umfeld herauskommt, findet sich aber in Grosbois bestens zurecht. Körperlich würde ich sagen, dass er nach der Decksaison 2025 noch etwas kräftiger geworden ist. Er steht perfekt im Fell."
PT: "Diesen Winter haben Sie ihn nur einmal im Monte eingesetzt..."
DT: "Das war genau so geplant, es sei denn, er hätte einen Mangel an Rhythmus gezeigt oder Anpassungen gebraucht. Da er mit dem Sieg im Prix Auguste Francois eine starke Leistung gezeigt hatte und durch seine Gewinne ohnehin einen sicheren Startplatz im Cornulier besaß, bestand kein Anlass, den Plan zu ändern. Die Rennen im Sulky haben ihm gutgetan. Ich bin übrigens überzeugt, dass er eines Tages auch im Attele eine große Leistung zeigen wird, wenn wir ihn barfuß laufen lassen. Seine enorme Ausdauer kann dann den Mangel an reiner Geschwindigkeit ausgleichen."
PT: "Wie beurteilen Sie das Feld des Prix de Cornulier 2026?"
DT: "Wie jedes Jahr ist es für viele ein großes Saisonziel. Die Teilnehmer sind auf den Punkt vorbereitet, und alle werden hochmotiviert sein. Deshalb darf man nichts dem Zufall überlassen. Jeroboam gehört für mich unter die ersten Drei. Taktisch gesehen: Nach einem sauberen Eindrehen muss man auf den ersten 200 Metern aufmerksam bleiben, da er dazu neigt, sich zu überstürzen und dabei ein Knie zu berühren. Danach wird Damien Bonne die Position einnehmen, die sich im ersten Bogen ergibt. Wenn Tempo im Rennen ist, umso besser - wenn nicht, kann er auch selbst die Initiative ergreifen."
PT: "Ihr kraftvoller Fuchs hat in der Steigung oft beeindruckt..."
DT: "Es stimmt, ihm macht der Anstieg überhaupt nichts aus. Ein Abschnitt, in dem manche Gegner hingegen Luft holen müssen. Damien nutzt diese Stärke gern, um die Kraft unseres Pferdes sprechen zu lassen. Dennoch bleibt der Cornulier ein besonderes Rennen, in dem man zur richtigen Zeit die richtige Position haben muss."
PT: "Welche Gegner fürchten Sie am meisten?"
DT: "It’s a Dollarmaker ist unter dem Sattel diesen Winter ebenfalls fehlerfrei geblieben. Je M’Envole dürfte sehr gezielt vorbereitet worden sein. Man darf auch die gewinnreichste Stute des Feldes, Ideale du Chene, nicht unterschätzen. Insgesamt denke ich, dass die älteren Pferde derzeit einen Tick stärker sind als die 6jährigen. Aber das muss sich auf der Bahn erst bestätigen."
PT: "Dieses Gruppe I-Rennen hat Ihre Karriere als Jockey geprägt..."
DT: "Ich hatte das Glück, ihn zweimal zu gewinnen. 2010 bestritt ich mit 21 Jahren meinen ersten Cornulier. Da Jean-Loic Dersoir mit Quille Castelets engagiert war, vertraute mir mein Chef Joel Hallais One du Rib an. Er hatte ihn wie immer akribisch vorbereitet, und alles lief perfekt. 2013, als Eric Raffin für Save The Quick gebucht war, fragte mich Louis Baudron im Dezember, ob ich Singalo reiten wolle. Mit mehr Erfahrung war ich vor dem Rennen sehr zuversichtlich. Ähnlich wie Jeroboam war Singalo in der Steigung extrem stark, dort machten wir den Unterschied und zogen bis ins Ziel durch. Es war eine besondere Ausgabe, da es am Morgen stark geschneit hatte."
PT: "Nachdem Sie Ihre Jockey-Stiefel an den Nagel gehängt haben: War Damien Bonne sofort Ihr erster Gedanke als Nachfolger für Ihren Champion?"
DT: "Das ergab sich ganz natürlich. Wir sind seit Langem befreundet, und Damien ist ein sehr talentierter Jockey für Pferde wie Jeroboam, die man ruhig und ständig gut in der Hand halten muss."
PT: "Dieses Duo kommt auf acht Siege aus zehn Starts in dieser Disziplin!"
DT: "Man kann sogar sagen, dass sie ungeschlagen sind: Der vierte Platz beim ersten gemeinsamen Start war lediglich ein Kennenlernen, zudem lief das Pferd noch beschlagen. Und die Disqualifikation im Prix Bilibili zählt selbstverständlich nicht."
PT: "Sie treffen nun als Co-Trainer des Favoriten auf 'Mr. Cornulier', Ihren Lehrmeister Joel Hallais. Was löst das bei Ihnen aus?"
DT: "Das ist schön (schmunzelt). Ich habe keinen Zweifel, dass seine beiden Stuten, Ina und Hirondelle du Rib, perfekt vorbereitet an den Start kommen. Auch wenn ich weniger Erfahrung habe als er, vertraue ich meinem Pferd voll und ganz, der dieses Ziel in Bestform angeht. Drücken wir einfach die Daumen, dass bis zum Start alles gut läuft."
PT: "Ganz allgemein: Wie sieht Ihre Saison 2026 aus?"
DT: "Mit der Kontinuität der letzten Jahre. Ich konzentriere mich immer mehr auf das morgendliche Training im Stall, zusammen mit meinem Bruder Clement. Außerdem möchte ich Zeit mit meiner Frau und meinen Töchtern verbringen. Ich peile kein spezielles Ranking im Sulky d’Or an. Jüngere Fahrer haben mehr freie Zeit und mehr 'Hunger' für ständige Reisen. Trotzdem werde ich meinen Platz im Fahrerfeld nicht kampflos räumen (lacht). Ich stehe allen Trainern zur Verfügung, mit denen ich regelmäßig zusammenarbeite."
PT: "Setzen Sie große Hoffnungen auf eine Dreijährige wie Normandie Niemen?"
DT: "Ganz klar, sie hat sehr viel Qualität. Sie muss nur mental auf dem richtigen Weg bleiben, dann wird sie uns viel Freude bereiten. Melia Barbes hat gerade in sehr guter Zeit und mit Stil gewonnen, obwohl sie nach einer Pause zurückkam. Wenn ihr nichts passiert, scheint auch sie eine vielversprechende Zukunft zu haben."
PT: "Haben Sie in den kommenden Wochen noch weitere Trümpfe im Stall?"
DT: "Mein Bruder und ich hatten beschlossen, diesen Winter acht Pferde in Grosbois unterzustellen, die ich mit einem Angestellten trainiere. Krystal Piya und Mademoiselle Jane wurden leider von der Grippe erwischt und werden frühestens ganz am Ende des Meetings wieder laufen. Miss Mocca ist eine interessante Stute, vermutlich noch nicht bei 100% für ihr Rennen an diesem Samstag, aber dennoch zu beobachten. Sie sollte noch in diesem Winter in Vincennes ihren Tag finden. Kracker Piya hat Ende Januar ein günstiges Engagement. Kingston de Blary ist nach zwei Galoppaden zurückgekehrt, nachdem er zuvor überzeugend gewonnen hatte. Ich erwarte eine klare Wiedergutmachung. Der Winterbeginn war gut für den Stall. Jetzt ist Jeroboam an der Reihe!"
