Nachschau München-Riem, 01.05.2026
(münchen-riem-press) Die ersten Karten liegen auf dem Tisch: Der dreijährige Hengst Gostam hat am 1. Mai auf der Galopprennbahn in München-Riem das Wettstar.de Bavarian Classic gewonnen. Er setzte sich sicher gegen Lommi durch, Dritter wurde Peace of Japan. Rund 6.000 Zuschauer sahen das erfolgreiche Saisondebüt des weiterhin ungeschlagenen Gostam, der sich im vergangenen Jahr mit drei Siegen bei drei Starts an die Jahrgangsspitze katapultiert hatte und dort weiterhin thront.
„Ich bin glücklich und erleichtert, denn ein solches Pferd zu haben, ist auch eine Bürde“, sagte Trainer Andreas Wöhler anschließend. Er sprach seinem ganzen Team im Trainingsstall ein Lob aus, aber auch dem siegreichen Jockey Eduardo Pedroza: „Eddy hat das sehr souverän gemacht.“
Das mit 70.000 Euro Gesamtpreisgeld dotierte Rennen über 2.000m für dreijährige Pferde gilt als eine der wichtigsten Etappen auf dem Weg zum Deutschen Derby. Die wichtigste Galopp-Prüfung des Jahres wird Anfang Juli in Hamburg entschieden.
Wegweiser für das Deutsche Derby
Dabei hat sich das Bavarian Classic in den letzten Jahren immer mehr als Derby-Wegweiser hervorgehoben. Die Liste der Derbysieger, die in Riem gewonnen oder platziert waren, wird 2013 von Lucky Speed angeführt. 2016 folgte Ishfahan, Sammarco 2022 und Fantastic Moon 2023. Das blieb international nicht unbemerkt. Deshalb wurde das Rennen vom zuständigen europäischen Komitee von Gruppe III auf Gruppe II hochgestuft, die Siegprämie erhöhte sich auf 40.000 Euro.
Für Gostam geht es nun vermutlich in das französische Derby (Gr.I), das im Juni über 2.100m gelaufen wird, 300m weniger als das Deutsche Derby (Gr.I). „Ob er wirklich die klassische Derbydistanz stehen kann, wissen wir noch nicht“, sagte der Rennstall-Manager von Darius Racing, Holger Faust. „Ich hatte aber das Gefühl, dass er heute noch einiges im Tank war.“
Gostam steht im Besitz von Darius Racing, dem Rennstall des ehemaligen Merck-Vorsitzende Stefan Oschmann, und Michael Motschmann, seines Zeichens Vorsitzender des Münchener Rennvereins und Gründer der MIG-Fonds. Die Beiden wissen, wie sich ein Derbysieg anfühlt: 2021 gelang gemeinsam der große Erfolg mit Sisfahan, fünf Jahre zuvor war es Sisfahan-Vater Isfahan nur für Darius Racing.
Zufriedene Gesichter bei den Platzierten
Einer der erfolgreichsten Besitzer der letzten Jahre ist der Präsident des Kölner Rennvereins, Eckhart Sauren. Das Derby gehört noch zu den großen Zielen, der Hengst Lommi könnte es möglich machen. Das Saisondebüt als knapper Zweiter hinter Gostam lässt hoffen, im Vorjahr gewann er zum Saisonende das Gr.III-Herzog von Ratibor-Rennen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Trainer Henk Grewe. Das gilt auch für Trainer Marcel Weiß, der für den Stall Turffighter Peace of Japan, vorbereitet. „Wir sind mit einem guten Gefühl angereist und hoffen mit einem guten Gefühl abzureisen“, sagte Weiß vor dem Rennen. Er sollte Recht behalten.
