Wie jede Woche sprach Matthieu Abrivard, in seiner Rolle als Experte für den ParisTurf, über seine kommenden Starter. Sowohl als Trainer, als auch über die Fahrten, die er als Catchdriver in Anspruch nimmt. Ebenso geht er jede Woche auf aktuelle Themen ein und spricht in dieser Ausgabe auch über die Rückkehr von Jean-Michel Bazire. Weitere Themen sind die steigenden Kraftstoffpreise und die Schwierigkeiten, die mit der neuen Quinte-Regelung verbunden sind. Diese dürfte ihn voraussichtlich daran hindern, Jappeloup Turgot bei der dritten Etappe des GNT am kommenden Mittwoch in Lyon an den Start zu bringen.
Die kommenden Starter
"Am Samstag bin ich in Vincennes mit Marquety de Bailly (205), der erstmals ohne Eisen laufen wird . Wir werden nichts Verrücktes versuchen und hoffen, eine kleine Platzierung zu erreichen.
Lady of Durbuy (304) hat gerade in Mons gewonnen. Sie ist in Form, also warum nicht unter die ersten drei kommen.
Ksar (401) wird im Prix Kerjacques antreten, ein Rennen mit sehr starker Besetzung. Wir werden das Rennen abwarten, versuchen, uns gut zu positionieren und nicht zu früh angreifen, um am Ende noch Reserven zu haben.
Ich hätte mir für Jolivert du Gers (607) gerne eine zusätzliche Woche gewünscht, da er viele Reisen hinter sich hat: Cagnes, dann Brion, anschließend Marseille und wieder zurück nach Brion. Und jetzt geht es nach Paris. Am Donnerstagmorgen 'war er frisch wie ein Fisch'. Das liegt daran, dass er ein Pferd ist, das nie schlechte Laune hat. Nach dem Rennen wird er eine Pause auf der Weide genießen.
Kanelle Star (703) ist etwas wechselhaft, hat aber viel Leichtigkeit. In diesem Rennen gibt es einige interessante Stuten.
Zum Abschluss des Renntages werde ich Ek del Ronco (803) kennenlernen. Wenn Alessandro Gocciadoro Pferde nach Paris schickt, dann nicht ohne Grund. Man sollte ihn im Auge behalten.
Am Sonntag geht es in die Provinz nach Ecommoy. Dort werde ich mehrere Pferde erstmals fahren, darunter Hector de Bassiere in einer Etappe der Trophee Vert. Das Pferd hat sich gut erholt, aber die Konkurrenz im ersten Band ist stark, und die Zulage aufzuholen wird nicht einfach.
Ich werde auch erstmals mit Kya d’Erable antreten. Es ist schwer, sie einzuschätzen, aber sie lief im November in Vincennes gut und hat durchaus Chancen.
Außerdem treffe ich wieder auf Liberte de l’Aunay, mit der ich im Herbst in Nantes gewonnen habe. Sie muss 25 Meter Zulage geben, ist aber effektiv und kann mit einem ordentlichen Speed eine gute Platzierung erreichen.
Am Montag wird Malaga Turgot wahrscheinlich in Ecommoy laufen. Sie ist noch nicht bei 100%, aber von der Spitze aus und dank ihrer Klasse kann sie sich gut präsentieren. Im Winter war sie nicht in Bestform, kommt aber wieder besser in Schwung.
Lypstic Atout läuft in Blain in einem Rennen für Lehrlinge, in dem Fahrer mit weniger als drei Siegen einen Vorteil haben. Das Pferd steht optimal in der Gewinnsumme, und mein Lehrling hat zwei Siege. Das sieht gut aus.
Mystery Queen wird am Dienstag in Vincennes antreten. Sie hat zuletzt mit einem dritten Platz überzeugt, war aber rossig und konnte nicht ihr volles Leistungsvermögen zeigen. Sie hat jetzt eine gute Startmöglichkeit. Ich werde möglicherweise nicht selbst anreisen, da es an diesem Tag mehrere Trabreiten gibt, darunter eines für Lehrlinge und eines für Amateure."
Die positive Überraschung der Woche
"King Track war der große Eindruck der vergangenen Woche. Er holte sich seinen dritten Sieg in Folge und überzeugte am vergangenen Montag in Caen mit einer starken Leistung und einer guten Zeit. Trotz eines Rennens in zweiter Spur griff er auf der Zielgeraden erneut an. Außerdem ist er ein sehr angenehmes Pferd im Umgang."
Calandagan überzeugt erneut
"Calandagan hat mich am vergangenen Samstag in Meydan erneut beeindruckt. Er gewann die Sheema Classic in überzeugender Manier. Glückwunsch an Mickael Barzalona, der ihn mit viel Vertrauen geritten hat. Er kennt sein Pferd perfekt und auch wenn er sich vielleicht mehr um die Konkurrenz als um den Führenden gekümmert hat, gewann er sehr leicht. Schon 50 Meter vor dem Ziel legte er die Peitsche weg und lobte sein Pferd. Die Preisgelder bei diesen Veranstaltungen sind wirklich beeindruckend. Dass er bereits rund 3.000.000 Euro in etwa 15 Rennen verdient hat, ist außergewöhnlich."
Zurück zu den einfachen Dingen
"Ich hatte geplant, nächsten Mittwoch mit Jappeloup Turgot nach Lyon-Parilly zur dritten Etappe des GNT zu fahren, aber mein Pferd könnte aufgrund der neuen Quinte-Regelung ausgeschlossen werden. Er ist von den Gewinnen her im ersten Band gut positioniert, aber obwohl er in Cordemais ordentlich gelaufen ist, wurde er nur Achter. Das darauffolgende Rennen, das er in Enghien bestreiten sollte, wurde nach Vincennes verlegt. Ich habe ihn dafür barfuß laufen lassen, in der Hoffnung, wenigstens den siebten Platz zu erreichen. Trotz einer Zeit von 10,8 wurde er aber erneut nur Achter und könnte deshalb am Mittwoch ausgeschlossen werden.
Die Regeln erlauben uns zwar fünfzehn Einsätze pro Jahr ohne Eisen, aber inzwischen sind wir gezwungen, unsere Pferde auch dann barfuß laufen zu lassen, wenn sie nicht in Topform sind. Nur um ein Preisgeld zu holen und beim nächsten Mal nicht ausgeschlossen zu werden, falls das Rennen eine Quinte ist. Das ist einfach lächerlich. Die Rennkommission sollte aufhören, unsere Arbeit machen zu wollen. Wir sind erfahren genug, um die Einsätze unserer Pferde selbst zu planen.
Kürzlich hat man gesehen, dass die drei Pferde mit den kleinsten Startnummern in einer Quinte gar nicht gestartet sind, weil ihre Teams sich eine bessere Startpriorität sichern wollten und befürchteten, sonst ausgeschlossen zu werden. Man sollte lieber Festquoten für die 'einfachen Wetten' einführen und wieder zu einfacheren Strukturen zurückkehren, anstatt alles immer komplizierter zu machen. Falls mein Pferd ausgeschlossen wird, werde ich möglicherweise mit Horatius d’Ela antreten."
Die Rückkehr von 'Jean-Mi'
"Jean-Michel Bazire wird am Samstag in Royan in den Rennbetrieb zurückkehren - einer seiner Lieblingsrennbahnen. Ich denke, viele Zuschauer werden extra dafür anreisen. Es ist schade, dass diese Veranstaltung parallel zu der in Vincennes stattfindet, denn ich trete sehr gern in Royan an und messe mich dort auch gern mit Jean-Mi.
Die Bahn ist hervorragend und sehr gut gepflegt. Ich bedaure, dass ich am Samstag nicht dort sein kann. Von Vincennes aus werden wir die Ergebnisse aus Royan verfolgen. Ich mache mir aber keine Sorgen um Jean-Michel. Er wird sich bestens vorbereitet haben. Ich bin sicher, dass sich viele Leute um ihn scharen werden!"
Steigende Spritkosten zwingen zum Umdenken
"Durch die ständig steigenden Kraftstoffpreise müssen meine Kollegen und ich derzeit unsere Reisen sorgfältiger planen. Anstatt ein Pferd mit nur 70% Form laufen zu lassen, gebe ich ihm lieber acht bis zehn Tage mehr Zeit, um es perfekt vorbereitet an den Start zu bringen. Zum Beispiel wird Magie du Chatault an diesem Freitag nach Grosbois gehen, zusammen mit Jolivert du Gers, der am Samstag läuft. So sparen wir uns zusätzliche Fahrten."
