News Frankreich Trab, 17.01.2026
(hen) Mit Islamorada am 18. Januar im Prix de Cornulier und Iroise de la Noe eine Woche später im Prix d’Amerique, hat die Familie Levesque gleich zwei Chancen, ihre traditionsreichen Farben wieder in den beiden wichtigsten Prüfungen der jeweiligen Disziplinen strahlen zu lassen. Diese beiden Stuten sind zudem enger mit der Geschichte verbunden, als man es auf den ersten Blick erkennen kann.
Bevor Islamorada aus dem Training von Pierre Levesque, und Iroise de la Noe, die bei Thomas Levesque (Foto:Bruno VandeVelde) in der Ausbildung steht, diese großen Aufgaben angehen können, musste sich das gelb-schwarze Duo zuerst qualifizieren. Und das taten sie punktgenau im jeweils letzten Qualifikationsrennen. Dazu haben beide in einem solch guten Stil gewonnen, dass man die Stuten auch in den Hauptereignissen des Winters ernst nehmen muss.
Die Tradition wird in der Familie nicht nur durch Thomas und seiner Schwester Camille fortgesetzt. Zu Beginn der Dynastie gab es Henri Levesque, der Patriarch und Begründer der großen Familiengeschichte. Er war der Mann hinter Roquepine, einer Ausnahme-Stute, die weltweit Titel sammelte und den Prix d’Amerique von 1966 bis 1968 gleich dreimal gewann. Einige Jahre zuvor, genauer gesagt 1961, hatte Masina der Familie Levesque den ersten Titel im Amerique beschert.
Und so schließt sich auch der Kreis zu den heute erfolgreichen Stuten. Roquepine ist die fünfte Mutter von Islamorada, während Masina die ältere Halbschwester von Ubiana ist, die wiederum die fünfte Mutter von Iroise de la Noe ist.
Henri Levesque gewann als Besitzer und Trainer insgesamt fünf Mal den Prix d’Amerique: mit Masina (1961), Roquepine (1966, 1967, 1968), sowie mit Upsalin, dem Sieger von 1969. Darüber hinaus war er 1967 auch selbst der siegreiche Fahrer von Roquepine. Zuvor hatte er mit einem weiteren Spitzenpferd aus seinem Stall, Oscar RL, mehrere Platzierungen erreicht. Masina wiederum wurde von Francois Brohier gesteuert, dem Neffen von Henri Levesque. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr diese Geschichte eine Familienangelegenheit ist.
Herausforderung für Islamorada - Quarry Bay und Granvillaise Bleue übertreffen
Pierre Levesque, der Enkel von Henri, kann seinerseits drei aufeinanderfolgende Prix-d’Amerique-Siege vorweisen: mit Offshore Dream, den er 2007 und 2008 selbst zum Sieg steuerte, sowie als Trainer von Meaulnes du Corta, der 2009 von Franck Nivard gefahren wurde. In diesem Jahr tritt er im Prix de Cornulier mit Islamorada an, die von seiner Tochter Camille geritten wird. Als Jockey gewann Pierre Levesque dieses Rennen bereits 1985 mit Mirande du Cadran, die von seinem Onkel Henry-Louis vorbereitet wurde. Als Trainer blieb ihm der Sieg jedoch bislang verwehrt: Dreimal wurde er als Ausbilder Zweiter - mit Quarry Bay (2013) sowie mit Granvillaise Bleue (2022 und 2023). Bei allen drei Starts saß Camille Levesque im Sattel, die nun hofft, mit Islamorada noch weiter nach vorn zu kommen.
Eine weibliche Erfolgsgeschichte
Die Levesque-Erfolge im Prix de Cornulier sind stark von Stuten geprägt. Alle vier Familiensiege gingen auf das Konto von Stuten: Masina (1961, 1962), Quovaria (1965) und Mirande du Cadran (1985). Dazu gewann Francois Brohier 1971 mit der Stute Uniflore D. Quarry Bay und Granvillaise Bleue setzten diese Tradition, wenn auch "nur" mit Ehrenplätzen, fort. Nun liegt es an Islamorada die Geschichte fortzusetzen.
Die einzige 'männliche' Ausnahme bildet Prince des Veys, Hengst und Sieger von 1964, im Besitz von Maurice de Folleville, dem Schwiegersohn von Henri Levesque.
Sieg oder erneute Platzierung?
Über alle Generationen hinweg hat die Familie Levesque bislang acht Mal den Prix d’Amerique gewonnen. Von Masina 1961 bis Meaulnes du Corta 2009. Hinzu kommen zahlreiche Ehrenplätze. Nun steht Iroise de la Noe an einem entscheidenden Punkt: Wird sie neue Siegerin oder reiht sie sich in die Liste der Platzierten ein?
Iroise de la Noe trägt gleich drei "Levesque-Prix-d’Amerique" in sich. Ihr Vater Tornado Bello ist ein Halbbruder von Offshore Dream, dem zweimaligen Sieger der 2000er-Jahre, während Masina das Aushängeschild der mütterlichen Linie ist. Diese doppelte familiäre Verbindung war ein Grund dafür, dass Thomas Levesque die Stute pachtete. Hinzu kommt ihre physische Ähnlichkeit mit Masina: großrahmig, etwa 1,70 m Stockmaß, spät entwickelt und erst mit fünf Jahren voll ausgereift. Eigenschaften, die eine starke Verbindung zwischen den beiden Stuten schaffen.
Mutterlinien von Islamorada und Iroise de la Noe
Islamorada: Ramona - Izura - Tosca - Hague - Roquepine
Iroise de la Noe: Pollenza de la Noe - Juvamie - Padoue - Fauville – Ubiana, Halbschwester von Masina
Neben den Bezügen zu Roquepine und Masina fällt auf, dass in beiden Abstammungen Jiosco, ein weiterer berühmter Levesque-Vertreter, an identischer Stelle auftaucht. Bei Iroise de la Noe kommt zudem Vaccares II hinzu, ebenfalls ein Spitzenpferd aus dem Hause Levesque und Sieger mehrerer Gruppe I-Rennen.
