News Frankreich Trab, 12.04.2026
(hen) Während im Vorfeld fast alle ein gutes Duell zwischen Liza Josselyn und Liberte de Choisel erwartet haben, ging der Prix Henri Levesque am Ende ganz anders aus. Die Siegerin hieß Lunella Leman (Foto:@scoopdyga), die zwar im Vorfeld für eine vordere Platzierung in Frage kam, aber letztlich als Siegerin in der Quinte des Tages für hohe Quoten sorgte.
Zum Rennverlauf: Wie auch später bei den Hengsten, war die Abteilung für die 5jährigen Stuten zu Beginn recht taktisch geprägt. Vor der Tribüne übernahm Laroze du Gers an Laureate Dry vorbei das Kommando, während sich Liza Josselyn noch in zweiter Spur im Mittelfeld aufgehalten hat und Liberte de Choisel im Schlepptau hatte.
Aber schon in der Senke verließ Jean-Michel Bazire den Windschatten, den ihm Laurent Michel David kurz zuvor mit Lily de L'Aunay angeboten hat, und übernahm 1.200 Meter vor dem Ziel die Spitze. Bazire konnte die Fahrt aber kaum beruhigen, weil schon kurz darauf Laluna des Forges außen aufrückte und damit auch Lunella Leman in Position gezogen hat. In der Zwischenzeit wurde Liberte de Choisel in der zweiten Spur immer weiter nach hinten geschoben und konnte erst weit im Schlussbogen in die dritte Spur wechseln. Zu diesem Zeitpunkt waren die vorderen Pferde schon weit enteilt. Das galt vor allem für ein Quartett bestehend aus Liza Josselyn, Laluna des Forges, Laroze du Gers und Lunella Leman, die sich ein paar Längen Luft verschaffen konnten.
Mitte des Einlaufs war Liza Josselyn sehr deutlich geschlagen und wurde um weitere Plätze nach hinten durchgereicht. Währenddessen versuchte Paul Philippe Ploquin im Sulky von Laluna des Forges alles, konnte Lunella Leman aber nicht halten, die nur leichte Hilfen von ihrem Fahrer Benoit Robin benötigte, um in starken 11,0/2.700 Meter als Erste ins Ziel zu kommen. Zwei Längen zurück verteidigte Laluna des Forges den Ehrenplatz gegen die speedige Laroze du Gers sehr knapp.
Die Stimmen der Aktiven:
"Atemberaubend" - so beschrieb Benoit Robin seine Stute nach ihrem eindrucksvollen Sieg. "Es ist eine großartige Stute", ergänzte der Trainer, Besitzer und Fahrer in Personalunion. "Ich habe vor dem Rennen nicht an den Sieg gedacht, sondern eher an eine gute Platzierung mit passendem Rennverlauf. Aber sie war einfach beeindruckend. Sie verbessert sich von Rennen zu Rennen und hat das heute erneut gezeigt. Wir hatten dieses Rennen im Blick. Sie liebt Vincennes, deshalb bin ich extra in Grosbois geblieben, nur für sie. Sie war vorher am Meer zur Vorbereitung. Alles hat perfekt gepasst. Im Rennsport braucht man auch Glück. Und das hatten wir heute."
Mit diesem Erfolg reiht sie sich in die Siegerliste namhafter Pferde wie Kana de Beylev, Iroise de la Noe oder Delia du Pommereux ein.
Paul Ploquin - (Zweiter/Laluna des Forges): "Wir haben an den Sieg geglaubt. Sie war sehr gut, trotz eines schweren Rennverlaufs. Ich habe Benoit Robin nach vorne gebracht, der dann vom perfekten Rennen profitieren konnte. Ich bin sehr zufrieden. Sie hat bis zum Schluss gekämpft, sie ist eine echte Kämpferin."
Matthieu Abrivard - (Dritter/Laroze du Gers): "Das war gut, aber sie ist nicht einfach. Wenn ich vorne bin, kann ich sie kontrollieren, aber hinter anderen Pferden braucht sie Zeit, um zu beschleunigen. Ich konnte sie erst spät einsetzen. Das hat uns wohl den zweiten Platz gekostet. Trotzdem hätten wir dieses Ergebnis vorher unterschrieben."
Die Favoritinnen geschlagen
Entgegen aller Erwartungen spielten die beiden Favoritinnen keine Hauptrolle im Finish. Liberte de Choisel holte nach dem Rennverlauf noch einen guten fünften Platz, während Liza Josselyn deutlich zurück nur Siebte wurde.
Eine außergewöhnliche Zeit
Mit einem Kilometerschnitt von 11,0 setzte Lunella Leman einen neuen Maßstab für dieses Rennen, seit es seit 2022 eine Distanzverlängerung gab. Dennoch bleib Lunella Leman nur zwei Zehntel über der Zeit von Carat Williams aus dem Jahr 2017, der damals noch über die kürzere Sprintdistanz gelaufen ist. Besonders bemerkenswert war, dass sogar die ersten fünf Pferde dieser Ausgabe 2026 allesamt schneller waren, als die bisherigen Rekordhalterinnen Iroise de la Noe und Inmarosa (2023).
