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Vorschau GNT Finale - Vincennes / 30. November / 15.15h + 500K Jackpot
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Freitag 28 November 14:32 Uhr
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Luba Sonn

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GRAND NATIONAL DU TROT 2025 - Final-Hattrick für Raffin?

Über das Finale des Grand National du Trot 2025 kann man zwei Aussagen treffen: Zum Ersten ist es nicht das bestbesetzte Finale der letzte Jahre. Aber zum Anderen ist es ein unheimlich offenes Finale, was eine besondere Spannung in die Partie bringt. Wer den Jackpot von 500.000 Euro in der ersten Klasse der Quinte knacken möchte, muss mindestens einen Steller finden, weil man in den Kombinationen fast das gesamte Feld in Betracht ziehen muss. Immerhin gibt es in diesem Jahr kein drittes Band, aber wie immer ist es auch eine Grundsatzfrage, ob man den Pferden aus dem zweiten Band zutraut, sich in die Entscheidung einzumischen. Das muss für Horchestro (17) in jedem Fall gelten. Seine Papierform sagt gar nichts über seine wirkliche Leistungsfähigkeit aus. Bei seinem fünften Platz Ende Oktober, war er nur knapp vom Podium entfernt und musste zum Teil künftige Amerique-Starter vor sich anerkennen.

Eric Raffin könnte im Sulky von Horchestro seinen dritten GNT-Finalsieg in Folge holen. Die Herausforder stehen aber Schlange. Ibiza Bella (5) hatte zuletzt eine läuferische Glanzleistung gezeigt, sich aber kurz vor dem Ziel wegen eines Fehlers, der den Sieg kostete, nicht belohnt. Hulysse Diego (12) wurde zuletzt knapp von Hannibal Tuilerie (16) abgefangen, hatte aber den härteren Verlauf. Zwischen diesen beiden könnte sich die Reihenfolge drehen. Hanibal Tuilerie gehört mit Jeson Boy (2) und Harley Gema (13) auch zu den Kandidaten, die den größten Speed in die Schlacht werfen können. Das erwartet schnelle Rennen könnte ihnen somit in die Karten spielen.

Aber auch für Jeannette Priory (8) und Jingle du Pont (9) muss sich ein Platz auf dem Schein finden, weshalb man eigentliche Cracks wie Ibiki de Houelle (18), der nur zwei Prepare in den Beinen hat, mit etwas Risiko vom Schein verbannen sollte.

---2.850m---

Für JONGLEUSE DE LUNE (1) verlief das Jahr bis zur Saisonmitte sehr ordentlich. Ein vierter Platz auf der GNT-Etappe in Maure de Bretagne und der anschließende Sieg in Vincennes auf Course C-Ebene sprachen für die Stute. Ab Juni setzte die 6jährige aber fünf Monate aus und musste sich mit nur einem Prepare begnügen, ehe sie am 16. November schon wieder barfuß an den Ablauf in Vincennes gekommen ist. Dabei fehlte der Cash And Go-Tochter offenbar noch ein wenig, obwohl sie als Siebte über die Mitteldistanz mit 11,2 ihre Bestmarke bestätigte. Von diesem Auftritt, bei dem sie deutlich entfernt vom siegreichen Jilord Viva ins Ziel kam, sollte sie aber profitiert haben. Dennoch bleibt sie ohne wirkliche Referenz eine Außenseiterin.

Für den jungen Quentin Chauve-Laffay geht schon mit dem Finalauftritt von seinem Star JESON BOY (2) ein Traum in Erfüllung. Das Aushängeschild des Familienstalls wurde in diesem Jahr mit großem Erfolg sehr gut gemanagt. Trotz der guten Form bis Ende Mai, ging es in eine kleine Pause, aus der der Wallach mit drei Siegen blendend zurückkehrte. Dem Erfolg in Divonne-les-Bains folgte ein Treffer in Marseille, für den schon mehr gefordert wurde. Aus dem Feld nahm der Trainersohn seinen Partner schon Mitte des Schlussbogens zum Angriff heraus und rückte immer weiter in Richtung Spitze vor. Bis Mitte des Einlaufs hatte er den Kopf in Front gestreckt und zog bis zum Ziel durch. Dieses Double wurde aber noch einmal deutlich getoppt. Schon früh hatte das Quartier die GNT-Etappe in Feurs, auf der Agenda, zumal die Rennbahn fast vor der Haustür liegt. Während die Lebensgefährtin von Quentin kurz vor der Entbindung ins Krankenhaus kam, legte der junge Fahrer mit Jeson Boy eine Traumfuhre hin. Von der Grundmarke lag das Gespann bis weit in den Einlauf immer an zweiter Stelle innen. Quentin musste Jeson Boy schon ein wenig aufnehmen, um freie Fahrt zu finden. Als dieses Manöver gelungen ist, zündete er seinen Turbo und erwischte den scheinbar schon enteilten Indy de Jyr genau auf der Linie. Heimsieg, neuer Rekord, erster Grupee-Sieg für Pferd und Fahrer und am Abend wurde Quentin auch noch Vater. Mehr ging an diesem Tag nicht. Auch heute treten die beiden wieder als Außenseiter an, aber der Speed des 6jährigen kann ihn auch heute wieder weit nach vorne tragen.

Auch wenn HOLD UP DU DIGEON (3) nicht mehr so schlagkräftig wie in der Vorsaison ist, darf man den Wallach nicht gänzlich abschreiben. Zwei Auszeiten machten es dem Bold Eagle-Sohn auch nicht einfach. Zuerst pausierte knapp vier vier Monate bis zum Jahresdebüt Anfang März. Obwohl er bis zum Fehler am 09. April zu Beginn des Einlaufs am Ende des Feldes eine gute Figur machte, ging er wieder in eine lange Pause. Bei den bisherigen vier Starts sticht vor allem der zweite Platz vom 05. November auf der GNT-Etappe in Nantes hervor. Stets an dritter Stelle innen, wurde der 6jährige von Franck Nivard Ende gegenüber aus der Deckung genommen und konnte den Sieger bis zum Ziel unter Druck setzen. Das der sonst recht sichere Wallach zuletzt kurz nach dem Start fehlerhaft ausgefallen ist, sollte man nicht in Betracht ziehen. Er düfte seinen Platz in den Kombinationen finden.

HOLD UP DU SAPTEL (4) hat in diesem Jahr noch kein Rennen gewinnen können, aber bei zehn Starts immerhin acht Mal in den Top Fünf gefinisht. Dabei langte es im Frühjahr auch zu zwei dritten Rängen im Grand National du Trot. Und auch die letzten beiden Ergebnisse können sich sehen lassen. Am 20. August startete er gewohnt gut, lag als viertes Pferd an der Innenkante und kam in der Entscheidung viel zu spät frei, um mehr als Rang Vier zu holen. Zehn Tage später landete er nach dem Ab "in der Geige" und wurde daraufhin an das Ende des Feldes zurückgenommen. In einer sehr schnellen Endphase kämpfte sich der 8jährige noch auf Rang Fünf. Aber genau darin liegt das Problem - diese Starts liegen zu lange zurück, um als Referenz zu gelten. Und da Pierre Yves Verva seinen Schützling auch nur vorne leicht beschlagen antreten lässt, ist er einer der wenigen Streicher.

Die beiden aktuellen Disqualifikationen von IBIZA BELLA (5) sagen gar nichts über das aktuelle Leistungsvermögen der Stute aus. Mitte Oktober hat die Marmion-Farbe gerade eine Position in der zweiten Spur gefunden, ehe sie sich im vorletzten Bogen plötzlich scheinbar gegen den Check wehrte. Kurz darauf patzte die Bold Eagle-Tochter bis zum Ausfall. Deutlich besser, wenn auch mit dem gleichen Ergebnis, zeigte sich die 7jährige am 08. November in Vincennes. Fast vom Ende des Feldes rückte die Stute auf der Gegenseite langsam auf und musste den ganzen finalen Bogen alleine durch die dritte Spur marschieren. Dennoch steckte sie im Einlauf die Nase in Front, sprang aber kurz vor dem Ziel mit dem Sieg vor Augen wieder an. Ohne den Fehler wäre sie in einer niedrigen 14er-Zeit gestoptt worden, wobei der letzte Kilometer sehr aufwendig war. Wenn sich Ibiza Bella heute zusammenreißt, gehört auch sie zu den erweiterten Sieganwärterinnen.

JILORD VIVA (6) ist der Star des kleinen Lots von Julien Raffestin. Er setzt seinen Crack sehr gezielt ein und musste bis zur Starterangabe bangen, um in diesem Finale dabei sein zu dürfen, weil Pferde mit weniger Gewinnsumme mehr Punkte gesammelt haben. Der Vulcain du Vivier-Sohn trat nur zweimal im Wettbewerb an. Mitte Juni fiel er durch eine starke läuferische Leistung auf, patzte aber zweimal und wurde disqualifiziert. Am 10. September legte er mit einem großen Tempolauf in Meslay-du-Maine den Grundstein dafür, dass der Sieger einen neuen Bahnrekord aufstellte. Er selbst holte einen starken zweiten Rang. Und auch aktuell zeigte der Fuchs mit zwei großen Laufleistungen von der Spitze, die beide Male zum Sieg in Vincennes führten, dass er zu den Gemeinten zählen muss. Lediglich das Fehlen im Sulky von Eric Raffin, der sich für Horchestro entschieden hat, kostet den Wallach ein paar Prozentpunkte in Sachen Vertrauen.

Mit fünf Jahren ist KAMEHAMEA (7) der jüngste Teilnehmer im Feld. Und auch die Hunter Valley-Farbe hat ein ähnliches Problem, wie Jilord Viva. Der Hengst muss auf die geniale Fahrership von Eric Raffin verzichten. Der "Sulky d´Or" hat den Uniclove-Sohn am 05. November zu einem starken Start-Ziel-Sieg geführt. Dabei teilte sich das Gespann die Pace perfekt ein und kämpfte sich am Ende gegen Hold Up du Digeon in 12,4/3.000 Meter nach Hause. Schon davor hat er einen Ansatz geliefert, obwohl er im Jahrgangsrennen nur Sechster war. Als sich in der Endphase eine freie Fahrt ergeben hätte, verhakten sich die Sulkyräder mit denen eines Konkurrenten. Und ein fünfter Platz beim drittletzten Start im Criterium der 5jährigen war ebenfalls eine gute Werbung für den Fuchs, der nun mit dem Trainer im Sulky an diese guten Leistungen anknüpfen muss. In diesem Fall sollte der Auftritt in der Königswette gesichert sein.

Auf der finalen Etappe dieses Wettbewerbs agierte JEANNETTE PRIORY (8) auf den letzten Metern sehr unglücklich. Die frühe Führung musste die 6jährige nach dem ersten Kilometer mit einer Rochade verteidigen. In der Folge konnte Trainer und Stammfahrer Tony Le Beller das Tempo auf der schlammigen Piste des Tages in Mauquenchy gut dosieren. Erst aus dem letzten Bogen verschärfte die Stute die Pace, womit sie sich ein wenig von den Verfolgern lösen konnte. Als sie Mitte des Einlaufs schon nach Hause zu kommen schien, wurde der Druck der Gegner auf den letzten Metern doch noch einmal größer. Auch wenn Le Beller seine Partnerin nur leicht unterstützte, patzte die Tag Wood-Tochter gut fünfzehn Meter vor dem Ziel mit dem Sieg vor Augen. Dennoch ist die Gesamtform mit den zwei Siegen zuvor sehr gut. In Bordeaux zeigte Le Beller seine ganze Coolness, als er nach langer Führungsarbeit zum Ende der Gegenseite noch einen Ino du Lupin an die Tete ließ. Diesen starken Gegner konterte das Duo im Einlauf spielerisch und ließ dann auch noch einen Justin Bold abblitzen. Zuvor holte sie in Lisieux auch eine Etappe des GNT, wobei sie wieder ihre Qualität bei der Tempoarbeit zeigte. Aber immer wieder muss man einen Fehler in der Schlussphase befürchten, was ein wenig zur Vorsicht mahnt. Dennoch kommt man um ein Kreuz in ihrer Spalte nicht herum.

Am 04. Juni tauchte JINGLE DU PONT (9) zum zweiten Mal in dieser Saison im Grand National du Trot auf. Nachdem der Wallach Anfang März auf der ersten Etappe noch ausgefallen ist, glänzte er drei Monate später in Laval. Dabei übernahm er zum Ende des ersten Kilometers die Spitze, die er kurz darauf wieder abgegeben hat. Stets an zweiter Stelle, konnte der 6jährige zu Beginn des Einlaufs auf freie Bahn finden und kämpfte sich in 13,1/2.850 Meter nach Hause. Dies ist natürlich eine Marke mit der man sonst kaum ein Teilstück in diesem Wettbewerb gewinnt. Und trotz des guten Verlaufs schien es so, als hätte Jingle du Pont nicht viel mehr anbieten können. In der Folge absolvierte die Bazire-Farbe nur noch zwei ernsthafte Starts, die beide im Juli stattgefunden haben. Die bessere Referenz ist dabei der Sieg Ende Juli aus Enghien, bei dem Nicolas Bazire seinen Partner wieder lange im Rücken halten konnte und am Ende in einer sehr mäßigen Zeit nach Hause kam, weil die Partie unterwegs einfach viel zu langsam war. Seitdem pausierte der Niky-Sohn noch einmal fast zwei Monate und wurde seit Ende September mit drei Prepare perferkt auf dieses Finale vorbereitet. Letztlich bestätigt der Trainer die gute Form von Jingle du Pont und traut seinem Schützling eine niedrige 12er-Zeit zu. Das sollte immer für die Königswette reichen.

Nach fast einem halben Jahr Pause und nur einem Prepare, hat es Jean-Michel Bazire nach dem Start mit ILLUSION JIPAD (10) am 08. November auf den Punkt gebracht: "Vermutlich fehlte ihr noch ein Rennen." Und diese Aussage folgte einem wirklich starken vierten Rang in einem Finish, dass die ersten sieben Pferde mit nur zwei Längen trennte. Aus dem Hintertreffen erwischte die Stute an diesem Tag mit Ibiza Bella das optimale Führpferd und konnte sich bis in den Einlauf in der Deckung ziehen lassen. Einen Moment schien sie sogar für den Sieg in Frage zu kommen, aber auf den allerletzten Metern versagte der Speed. An Ibiza Bella, die kurz vor der Linie patzte, wäre sie nicht mehr vorbeigekommen, aber dieser Start hat der 7jährigen weitergeholfen. Auf der letzten Etappe konnte sie mit einem Zwischensprint Jeannette Priory zu einer Rochade zwingen und profitierte im Anschluss vom Windschatten. Wieder kämpfte sie im Einlauf um den Sieg und profitierte von einem späten Fehler der Führenden, der sie einen Rang weiter nach vorn brachte. Diesmal war es der verdiente zweite Platz, auf den es mit der guten Ausgangslage aus dem ersten Band aufzubauen gilt.

---2.875m---

Seinen Optimismus hat Trainer Nicolas Bazire auch für den zweiten Starter HUBBLE DU VIVIER (11) parat: "Ich erwarte von ihm eine gute Leistung." Aber er schränkt im stallinternen Duell auch ein, dass "Hubble es rein von der Zeit her schwer hat, den Boden auf Jingle du Pont gutzumachen." Es spricht dennoch einiges für den Fuchs, der erst Mitte April in den Stall Bazire gewechselt ist, aber seitdem schon elf Starts absolviert hat. Nach den guten Ergebnissen zu Beginn im neuen Quartier, hat sich der Vulcain du Vivier-Sohn ein wenig schwerer getan. Aber die zwischenzeitlichen Auftritte unter dem Sattel scheinen dem 8jährigen wieder neuen Schwung verliehen zu haben. Nach einem Prepare Anfang November, tauchte er am 17. November schon wieder in Vincennes auf. Aus dem Feld griff Hubble du Vivier schon sehr früh auf der Überseite an und rückte zum führenden Favoriten auf. Bis zu Beginn des Einlaufs fiel es ihm dann schwer dem späteren Sieger zu folgen, aber für den dritten Rang kämpfte er sehr tapfer. Dabei absolvierte er den letzten Kilometer in 10,7 , was auch der Trainer für überraschend stark erachtet hat. Der Sieg scheint zwar außer Reichweite, aber "Mister GNT" Jean-Michel Bazire kann Hubble du Vivier durchaus in die Königswette führen.

Schlechte Leistungen kennt HULYSSE DIEGO (12) nicht, auch wenn der Wallach bei sehr schlechten Bahnbedingungen im Grand Prix de Wallonie unplatziert endete. Am 08. November startete der 8jährige gewohnt gut und übernahm vor der Tribüne die Spitze, die er umgehend an einen Außenseiter weitereichte. Weil Trainer und Stammfahrer Jean William Hallais schon ahnte, dass der Rücken der "falsche" sein würde, nahm er seinen Crack schon auf der Überseite aus der Deckung. In den Einlauf hinein wurde das Gespann schnell vom späteren Sieger überlaufen und auf der Linie auch noch von Hannibal Tuilerie für Rang Zwei abgefangen. Dennoch bestätigte er seine sehr gute Form, die er schon das ganze Jahr auf die Piste zaubert. So hat der Reve de Beylev-Sohn Anfang September seine Vielseitigkeit im Sprint von La Capelle bewiesen, als er auf semi-klassischem Niveau starke Konkurrenz im Einlauf in den Griff bekam. Auch mit der Zulage, fällt es schwer auf ihn zu verzichten.

Der harten Schlag für den Stall von Marc Sassier mit dem Ausfall von Indy de Jyr soll durch HARLEY GEMA (13) kompensiert werden. Und die Stute hat sich genau rechtzeitig für das Finale in eine Form gelaufen, dass ihr auch die große Überraschung zugetraut werden kann. Aus dem zweiten Band braucht die speedstarke Stute natürlich eine schnelle Partie, die in einem solchen Finale auch zu erwarten ist. Beim letzten Auftritt verzichtete Benjamin Rochard auf der Schlussrunde sogar freiwillig auf die sonst so dringend benötigte Deckung. Das war aus drei Gründen wohl ein guter Schachzug. Erst einmal war das Tempo bis dahin sehr moderat und außerdem konnte er somit viel schneller zur Spitze aufschließen. Und am wichtigsten war, dass die "Todesspur" durch den Regen an diesem Tag gar nicht so "tödlich" im Vergleich zur Innenkante war. Eher sogar besser. Auch wenn sich die führende Jeannette Priory im Einlauf ein kleines Stück absetzen konnte, reagierte Harley Gema hervorragend auf die gezogenen Klappen und setzte die scheinbar sichere Siegerin wieder unter Druck. So sehr, dass Jeannette Priory kurz vor dem Ziel ein Fehler unterlief und die Sassier-Farbe damit triumphieren konnte. Somit bestätigte die Bold Eagle-Tochter den zuvor im Speed geholten Treffer in Laval, für den sie im Einlauf etliche Längen gutmachen musste. Im Prinzip scheint vom Sieg bis zum Kleingeld alles möglich.

Vor einem Jahr holte GRACE DU DIGEON (14) in diesem Rennen als Vierte in 11,4 ihren bis heute gültigen Rekord. Auch an dem Tag hatte die Stute aus dem Stall von Charles Dreux eine Zulage gegen sich. Dennoch ist ein erneuter Auftritt in der Königswette schwer vorstellbar. Mittlerweile ist die Tochter von Seduisant Fouteau in einem Alter angelangt, wo solche Glanzleistungen rar gesät sind. Selbst ihr Trainer hält es für möglich die 9jährige im nächsten Jahr in die Zucht zu schicken. Für die Saisonbestleistung muss man auch schon bis in den April zurückblicken, um den Grasbahnsieg auf einer Etappe der Trophee Vert zu finden. Aktuell kämpfte sich Grace du Digeon deutlich hinter Harley Gema und Illusion Jipad als Fünfte in die Quinte in Mauquenchy. Die Leitungsdichte ist heute zu hoch, weshalb die Stute dem Rotstift zum Opfer fällt.

Seit Anfang April ist GENDREEN (15) bei elf Starts schon fünfmal ausgefallen, was zum Einen ungewöhnlich für den Fuchs ist, und ihn zum Anderen eigentlich zum Streicher macht. Begünstigt wird diese Entscheidung ebenfalls dadurch, dass der Wallach auch glattgehend kaum an frühere Bestleistungen anknüpfen kann. Lediglich der dritte Rang Ende Juli aus Enghien könnte ein Kreuz in den erweiterten Wetten für die Abrivard-Farbe ermöglichen. An diesem Tag flog er in einer schnellen Endphase vom Ende des Feldes an der sich öffnenden Innenkante auf das Podium. In 12,2/2.875 Meter war er auch sehr flott unterwegs, aber für eine echte Referenz liegt dieser Auftritt zu lange zurück.

Nur elf Tage vor dem Finale ging es für HANNIBAL TUILERIE (16) hauptsächlich darum, sich mit der Teilnahme auf der Etappe in Mauquenchy die Startberechtigung für dieses Rennen zu sichern. Lediglich vorne leicht beschlagen und mit der Zulage ausgestattet, lag der Wallach immer im Hintertreffen. Erst auf der letzten Halben wurde der Sohn von Remember Jihem ein wenig aufgefordert und reagierte im ersten Moment auch. Bis ins Ziel machte der 8jährige aber keinen nennenswerten Boden gut und endete deutlich zurück als Neunter. Nur einen Start zuvor zeigte Hannibal Tuilerie aber was er trotz einer Zulage in Vincennes leisten kann. Wieder startete er schwach und lag weit hinten im Pulk. Auf der Überseite bekam er aber den heißen Favoriten und späteren Sieger als Zugmaschine, dessen Rücken er aus dem Schlussbogen heraus verloren hat. Dennoch zog der Schützling von Marcel Bruneau voll durch und erkämpfte auf der Linie das zweite Geld. Eine gute Pace wird in solch einem Finale vorausgesetzt. Und genau dann kommt die Qualität des Wallachs zum Tragen, womit er zu den besseren Außenseitern gehört.

Auch wenn der Formenspiegel von HORCHESTRO (17) zuletzt ein wenig nachgelassen hat, hat sich Eric Raffin frühzeitig für dessen Sulky entschieden. Genau genommen hat auch nur die Papierform des Wallachs ein wenig nachgelassen. Sein letzter Start am 30. Oktober zu Beginn des Wintermeetings war aller Ehren wert. Bis auf die Überseite wurde der Sam Bourbon-Sohn noch von Matthieu Abrivard versteckt, ehe er in zweiter Spur den Rücken von Ino du Lupin gefunden hat, der ihn bis zur letzten Ecke in Position zog. Mit einem großen Angriff zu Beginn des Einlaufs schien er auch auf das Podium vorzurücken. Am Ende war es aber "nur" der fünfte Rang hinter Pferden, die zum Teil den Amerique vor sich haben. Dazu fehlte dem Schützling von Guillaume Huguet nur eine halbe Länge auf Rang Zwei. Der Ausbilder bestätigt dem 8jährigen "Topform", was ihn trotz der 25 Meter Zulage auch für ganz vorne in die engeren Überlegungen bringt. Die Vorstellungen der grandiosen Siege aus dem Juni auf Bahn und Distanz würden wohl für den Triumph reichen.

Über den Sommer hat IBIKI DE HOUELLE (18) länger pausiert und kehrte erst Anfang November mit zwei Prepare in diesem Wettbewerb zurück. Im Gegensatz zu diesen beiden Starts, darf der Hengst heute ein Band früher eindrehen, was den 7jährigen natürlich deutlich eher in die Überlegungen bringt. Auch wenn die Beschlagswahl natürlich auf größere Ambitionen deutet, fehlt einfach eine wirkliche Referenz, um die Chancen des 7jährigen einschätzen zu können. Immerhin hatte der Love You-Sohn zuletzt in Mauquenchy recht früh die doppelte Zulage wettgemacht und lag zwischenzeitlich im Hintertreffen im Pulk. Bis ins Ziel hat Ibiki de Houelle wieder den Anschluss an das Feld verloren, war aber letztlich "nur" gute zehn Längen hinter der fünften Grace du Digeon, die er heute ein Band günstiger trifft. Dennoch bekommt er frühestens in den Kombinationen ein Kreuz.

Tipp:

HORCHESTRO (17)

IBIZA BELLA (5)

HULYSSE DIEGO (12)

JESON BOY (2)

HANNIBAL TUILERIE (16)

Für die Kombinationen: JEANNETTE PRIORY (8) - HARLEY GEMA (13) - JINGLE DU PONT (9)

 
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