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Prix de Bourgogne (Q5) / Sonntag, 28. Dez - 15.15h + 1 Mio Jackpot
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Freitag 26 Dezember 17:46 Uhr
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Luba Sonn

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Generationen-Duell im 'Bourgogne' - Jushua Tree vs. Go On Boy

Im dritten von vier B-Rennen steht ein Duell besonders Vordergrund: Jushua Tree (3) gegen Go On Boy (2). Das erste Aufeinandertreffen der beiden, gibt, wenn auch über eine andere Distanz, einen kleinen Vorgeschmack auf den Prix d´Amerique. Auf der einen Seite steht Go On Boy mit seiner Erfahrung aus zwei Platzierungen im Amerique, einer großen Härte und seinem starken Speed. Auf der anderen Seite steht der manchmal etwas fragil wirkende Jushua Tree, der an einem guten Tag aber eine unheimliche Laufgewalt ausstrahlt, die er auch gerne über die Mitteldistanz einsetzt. Die Pflicht einer guten Vorstellung, liegt heute viel eher beim Derieux-Schützling, weil Go On Boy noch nicht qualifiziert ist. Allerdings dürfte er Ende Januar auch über die Gewinnsumme mit dabei sein.

Mit diesem Duo ist auch schon der Grundstock gefunden, um eine erfolgreiche Quinte zu platzieren, die im ersten Rang mit einem Jackpot von 1.000.000 Euro garniert ist. Es werden aber noch mindestens drei weitere Kandidaten benötigt, um den Wettschein aufzufüllen. Josh Power (9) hatte kein Losglück bei der Auslosung der Startplätze und ist ohnehin mit der breits erfolgten Qualifikation für den Amerique ohne Druck unterwegs. Das gleiche gilt auch für Inmarosa (7). Dagegen hat Hokkaido Jiel (5) noch kein Ticket in der Tasche und von Startplatz Fünf eine bessere Position, um heute unter den ersten Vier aufzutauchen, was für eine Qualifikation reichen würde.

Ein großes Fragezeichen steht hinter Jabalpur (14), der zuletzt als Favorit unplatziert geblieben ist, aber im Anschluss durch eine Krankheit entschuldigt war. Wenn der Edel-Sprinter vollständig genesen ist, muss man ihm eine große Rolle zutrauen. Und auch Iguski Sautonne (4) ist auf der Mitteldistanz zu Hause und kann mit seinem Speed in den Endkampf eingreifen. Zudem muss man sich mit einem Außenseiter wie Crown (10) beschäftigen, der wohl nicht für den Sieg in Frage kommt, aber von seinem Startplatz aus ein gutes Rennen erwischen kann, um seine Qualität auf diesem Weg voll auszuspielen.

Quelle: LeTrot

 

BORUPS VICTORY (1) gehörte zu den Überraschungen im Prix de Bretagne. Der Hengst aus dem Stall von Daniel Wäjersten hatte schon in der ersten Hälfte der Partie einen großen Aufwand leisten müssen. Im letzten Bogen musste sich der 7jährige hinter einem geschlagenen Gegner erst einmal auf weiten Wegen befreien und flog dann dennoch als Dritter auf das Podium. Im 'Bourbonnais' erwischte der Googoo Gaagaa-Sohn einen viel defensiveren Verlauf und kam kurz vor Erreichen der Zielgerade frei. Den kurzen Sprint konnte er überraschenderweise diesmal nicht ganz durchziehen und wurde für Rang Vier noch abgefangen. Heute geht es offenbar ein Schritt zurück. Der Trainer lässt die Eisen drauf und hat seinen Schützling, trotz der guten Ausgangslage, mit einem roten Emoji ausgestattet. Dem sollte man Glauben schenken.

Nach fünf Monaten Auszeit, kehrte GO ON BOY (2) am 10. Dezember in Mons zurück. Die Pflichtaufgabe in Belgien erledigte der Password-Sohn mit Leichtigkeit. Es ging aber gar nicht um den Sieg, sondern um den Eindruck, den der inzwischen 9jährige vermittelte. Und der war für seinen Trainer Romain Derieux zufriedenstellend. Für die Rückkehr nach Vincennes muss sich der Hengst aber noch steigern. Derieux erklärte kürzlich, dass er seinen Crack am Sonntag noch nicht bei 100 Prozent sieht. Aber auch einige Prozentpunkte darunter, dürfte Go On Boy hier sehr konkurrenzfähig sein. Daran ändert auch der volle Beschlag nichts. In dieser Konfiguration hat er regelmäßig Höchstleistungen abrufen können. So wurde er auch zum diesjährigen Elitlopp-Sieger. Die Startnummer Zwei ist ideal, und auch wenn man ihn nicht unbedingt als Sieger in Betracht ziehen muss, sollte er große Chancen besitzen, um einen Platz unter den ersten Vieren zu erkämpfen. Das würde auch dem Trainer reichen, der die Qualifikation als oberste Priorität ausgegeben hat.

Die gesamte Karriere von JUSHUA TREE (3) ist bisher ein einziges Auf und Ab. Auch seine Rückkehr nach einer langen Auszeit am 24. August endete, genau wie der folgende Start, am Turm. Aber Stammfahrer Jean-Michel Bazire blieb ruhig und konnte die Ausfälle erkären. Beim ersten Start kollidierte der 6jährige mit dem Sulkyrad eines Gegners und beim nächsten Auftritt sprang er aus dem Bogen auf einem eher unbeliebten Rechtskurs. Vor allem betonte JMB aber, dass Jushua Tree einen sehr guten Eindruck nach der Disqualifikation auf ihn hinterlassen habe. Und der 'Maitre' hat offenbar recht behalten. Zum Auftakt des Wintermeetings hatte der Bold Eagle-Sohn zwar einen perfekten Verlauf erwischt, siegte aber letztlich sehr leicht im Prix des Cevennes. Sehr viel aufschlussreicher war schon der Start im Prix de Bretagne. Mit viel Aufwand erwischte der Hengst eine gute Position, tat sich aber unterwegs sehr schwer, was auch für andere Gegner galt, als der spätere Sieger angetreten ist. Letztlich zog er aber wieder an, wurde sicherer Zweiter und stellte sein Umfeld zufrieden. Auf den 2.100 Metern hinter dem Auto fühlt er sich Jushua Tree besonders wohl und darf als einer der Sieganwärter gelten.

Trainer Matthieu Abrivard hat sich für IGUSKI SAUTONNE (4) noch nicht endgültig festgelegt. Priorität hat wohl die Qualifikation für den Amerique. Aber schon länger hat Abrivard auch einen möglichen Start im Prix de Cornulier im Sinn. Erstmals hat man den 7jährigen im Heat zum 'Bretagne' unter dem Sattel in der Öffentlichkeit gesehen. Den guten Eindruck bestätigte auch Jockey Alexandre Abrivard, der nach eigener Aussage kaum einen Gegner im größten Trabreiten der Welt sieht. Beim ersten Start unter dem Sattel war der Village Mystic-Sohn zwar stark angewettet, ging aber deutlich zurück mit Rang Drei nach Hause. Dennoch war der erste Härtestest gut anzusehen. Zurück im Sulky darf man auch mit dem 7jährigen rechnen. In diesem Jahr hat er schon einige Male bewiesen, wie weit er mit seinem Topspeed kommen kann, wenn der Rennverlauf stimmt. So schlug er im April mit einer Flugshow Go On Boy im 'L'Atlantique' oder rang im Oktober in Beaumont-de-Lomagne Justin Bold auf der Linie nieder. Dennoch zählt er nicht zu den ersten Sieganwärtern, muss aber spätestens in den Kombinationen in Betracht gezogen werden.

Nach seiner langen Verletzungspause von mehr als 300 Tagen kehrte HOKKAIDO JIEL (5) am 30. Oktober mit einem Start im Prix de Cevennes gleich nach Vincennes zurück. Den sechsten Rang bestätigte er mit zwei weiteren sechsten Plätzen in den ersten beiden B-Rennen. Dabei zeigte der Hengst auf besserem Niveau, wenn auch mit dem gleichen Resultat, bereits eine Steigerung. Im 'Bretagne' machte er an der letzten Ecke aus dem Rücken von Jushua Tree eine sehr gute Figur, verlor den Speed aber gute 150 Meter vor dem Ziel. Beim erst zweiten Start war dies dennoch keine schlechte Vorstellung. Im 'Bourbonnais' hatte die Jiel-Farbe ebenfalls lange eine Deckung und konnte im Finish den Abstand zu den vorderen Pferden halten. Trainer Jean-Luc Dersoir betonte in einem kürzlich geführten Interview ausdrücklich, dass sich sein Schützling mit den Rennen im Bauch und der weiteren Arbeit deutlich gesteigert hat. Somit muss man den ehemaligen Inhaber des Bahnrekords von Vincennes auch hier für die erweiterten Wetten einplanen.

Seit fast einem Jahr lieferte HOOKER BERRY (6) fast nur schlechte und sehr unglückliche Vorstellungen ab. Bei den lediglich sieben Starts reichte es nur zweimal für eine Prämie. Am 19. April hätte es nach einem guten Auftritt für Rang Drei im Prix de L'Atlantique gereicht. Weil der Hengst im letzten Bogen aber einige Pylonen mit einem Sulkyrad innen überfahren hat, wurde er nachträglich disqualifiziert. Sein letzter Start am 12. Juli war dann wieder einer der Starts, der kaum eines Amerique-Siegers würdig war. Zu Beginn des Einlaufs drängelte er ermüdet nach innen und fuhr den Stallgefährten über den Haufen, was als Neunter noch zur nachträglichen Disqualifikation führte. Nun soll im Stall von Antoine Lherete ein Neuanfang gemacht werden. Für den ersten Start im neuen Quartier tritt der Fuchs mit vollem Beschlag an und soll vor allem wieder Vertrauen tanken. Für den Wettschein wird es somit nicht reichen.

In diesem Jahr hat INMAROSA (7) bei ihren Starts im Ausland wirklich überzeugen können. Der Erfolg im Harper Hanover's Lopp war sowohl für die 7jährige, als auch für ihren ständigen Steuermann Leo Abrivard der erste Triumph auf dem höchsten Niveau. Auch der vierte Rang am 01. November in Mailand war, nachdem sie früh Arbeit in der Todesspur absolvieren musste, aller Ehren wert. Zurück in der Heimat setzte die Amiral Sacha-Tochter aber das nächste Ausrufezeichen. Im Prix du Bourbonnais fand sie eine Lage im Zug der dritten Spur. Als einen Kilometer vor dem Ziel der letzte Windschatten verschwand, nahm Leo Abrivard sein Herz in die Hand und griff die Spitze an. Das Gespann drückte sich dabei erstaunlich leicht an die Tete und hatte im letzten Bogen schon einen Vorsprung, von dem man bis ins Ziel leben konnte. Allerdings kassierte Leo Abrivard während des Finishs eine Peitschenstrafe, die ihm als Wiederholung ganze acht, statt der üblichen vier Tage einbrachte und seinen Einsatz auch in einem Gruppe II-Rennen aussschließt. An dem Plan ändert das aber nichts. Die Cottel-Farbe soll einen Monat vor dem Amerique noch ein hartes Rennen bekommen. Über die Mitteldistanz ist sie stark vom Startplatz abhängig, was heute nicht sonderlich gut passt. Auch wenn die Stute gut eintreten kann, würde sie damit zu viele Reserven in der Anfangsphase verpulvern, die ihr im Finish fehlen dürften. Somit kommt die kürzliche Überraschungs-Siegerin heute bestenfalls in den Kombinationen unter.

Für JUST LOVE YOU (8) scheint allein die Qualifikation für den nächsten Amerique eine zu große Herausforderung zu werden. Selbst ihr siebenstelliger Kontostand wird ihr nicht reichen, wenn sich die Zweite des letzten Amerique nicht unter den ersten Vieren platziert. Die Ausgangslage ist heute schon einmal denkbar schlecht, auch wenn sie ihre Bestmarke von 10,0 einst auf diesem Kurs geholt hat. Im Prix de Bretagne verfolgte Alexandre Abrivard einen Plan, den er im Nachhinein bereute. Schon vor der Tribüne hielt er gegen Jushua Tree gegen und konterte auch den Angriff des späteren Siegers Josh Power. Somit ging das Gespann im Einlauf bis auf Rang Neun deutlich unter. Im 'Bourbonnais' lag die Love You-Tochter zunächst im Mittelfeld, verbesserte sich aber mit einem Zwischensprint in vordere Linie. Im Einlauf versuchte Abrivard gar nicht erst den Rücken von Hokkaido Jiel zu verlassen. Wieder war es nur Platz Neun, der diesmal aber deutlich mehr Moral eingebracht haben dürfte. Auch wenn es mit ein wenig Risiko verbunden ist, sollte man die 6jährige im besten Fall in den Kombinationen unterbringen.

Seit dem 16. November gibt es den ganz großen Druck für den Stall von Sebastien Ernault nicht mehr. JOSH POWER (9) holte sich in beeindruckender Manier den Prix de Bretagne und qualifizierte sich vorzeitig für den Amerique. Der Vierte des letzten Amerique trifft wieder auf Jushua Tree, den er schon zweimal im direkten Duell bezwingen konnte und sich damit auch für den vierten Platz aus dem 'Cevennes' revanchierte, den die Bazire-Farbe gewann. Am Tag des großen Erfolgs im 'Bretagne' war selbst sein Trainer und Fahrer erstaunt über die Leistung seines Cracks. Weil er im Anstieg ein gutes Gefühl hatte und ein Teil der Gegnerschaft nicht so frisch wirkte, griff er vehement an. Mit Erfolg - noch vor dem Schlussbogen tauchte er neben der führenden Just Love You und erdückte die Gegnerin durch den letzten Bogen. Zu Beginn des Einlaufs setzte er sich leicht ab und konnte schon weit vor der Linie zum Jubel ansetzen. Somit gönnte man sich den Luxus im 'Bourbonnais' ein echtes Prepare zu fahren und verlor mit Eisen auf der letzten Halben noch den Anschluss an das Feld. Heute soll es, wenn man den Beschlag berücksichtigt, wieder ernster zugehen. Allerdings wird die Aufgabe von ganz außen hinter dem Auto zur echten Herausforderung. Das der Offshore Dream-Sohn mit einem Rekord von 09,9 auf dieser Distanz dennoch in der Wette auftaucht, ist aber anzunehmen.

Mit dem Prix du Bourgogne findet CROWN (10) eine sehr viel passendere Distanz vor, als es noch vor drei Wochen im Bourbonnais oder vor einer Woche im 'Tenor de Baune' der Fall war. Auf diesem Weg konnte der Amerikaner schon einmal in Vincennes glänzen. Im Criterium Continental holte er vor einem Jahr einen dritten Platz. Seitdem hat sich der 5jährige in seiner skandinavischen Wahlheimat nicht besonders hervorgetan. Ein vierter Platz im Juli im St. Michel Ajo war schon eines der Highlights, sowie ein zweiter Rang in der Gold-Division Mitte September in Bollnäs. Am 01. November trat der Chapter Seven-Sohn in Romme trotz der doppelten Zulage als Favorit an. Die späte Aufholjagd wurde immerhin mit dem kleinsten Podestplatz belohnt, wobei er nicht vom Sieger entfernt war. Im 'Bourbonnais' zeigte sich der Hengst nach einem ständigen Rennen im Hintergrund spät an der Innenkante und landete noch auf dem achten Rang. Dieser kleine Ansatz konnte vor einer Woche nicht bestätigt werden, weil Crown schon nach dem Eindrehen in Galopp verfiel und später im Rennen disqualifiziert wurde. Mit einer passenden Ausgangslage ganz innen in der zweiten Reihe dürfte der Schützling aus dem Stall Reden aber Chancen haben die Quinte auf Rang Vier oder Fünf zu vervollständigen.

Am 05. November konnte ICEBREAKER (11) in Solvalla Epic Kronos schlagen. Diese Form wurde nach der letztem Erfolg der Reden-Farbe zwar deutlich aufgewertet, war aber letztlich auch nicht so viel wert, weil es ein sehr taktisch geführtes Rennen war. Kurz darauf ging es für den Dänen nach Frankreich, wo er am 22. November sein Debüt gab. Dabei war er kurzzeitig an der Spitze zu sehen, die an den Favoriten weitergereicht wurde. Auch wenn er im Einlauf dessen Rücken verloren hat, war er als Dritter sehr ordentlichen unterwegs. Das geplante Engagement eine Woche darauf musste krankheitsbedingt ausgelassen werden. Vor einer Woche im 'Tenor de Baune' konnte der Chocolatier-Sohn keine Werbung in eigener Sache machen, weil er gleich am Start ausgefallen ist. Hier ist er auch nur Außenseiter, aber einer der die Königswette komplettieren könnte, wenn es der Verlauf zulässt.

Für JAZZMAN DEBAILLEUL (12) ist die Form nach seiner Pause über den Sommer wie abgeschnitten. Aus sechs Starts steht gerade einmal ein vierter Platz aus einem Gruppe III-Rennen als Bestform. Und der Trend zeigte in der Folge eher abwärts. Im Grand National du Trot in Mauquenchy patzte der Hengst Mitte gegenüber und endete unplatziert. Im 'Bourbonnais' lag der Repeat Love-Sohn ständig im Hintertreffen, wurde von Franck Nivard aber auf den letzten 800 Metern in den Zug der dritten Spur beordert. Der Fuchs konnte aber in Richtung Einlauf nichts anbieten und blieb wieder unplatziert. Trainer Erno Szirmay geht mit seinem Star offenbar einen Schritt zurück und lässt ihn rundum beschlagen antreten. Runter vom Schein.

J'AIME LE FOOT (13) tritt wieder vorne leicht beschlagen und hinten mit Eisen an. In derselben Konfiguration war der Hengst am 16. November der Totoschocker des Tages, weil er die Quinte als Vierter sehr lang machte und sich nebenher noch für den Amerique qualifizierte. Nur deshalb konnte man davon ausgehen, dass Trainer Antoine Lherete es drei Wochen später ruhiger angehen lassen würde, weil die Qualifikation schon in der Tasche war. Die Ausrüstung an den Hufen blieb die gleiche, aber der Auftritt war sehr viel defensiver und endete unplatziert. Heute tritt der Sohn von Boccador de Simm wieder vorne 'plaquée' an, könnte aber einen Monat vor dem Amerique, wie es bei einigen anderen auch der Fall ist, noch einmal einen Härtestest suchen, der auch in der Wette enden kann. Wie so oft ist der 6jährige eines der Fragezeichen in der Partie. Sein Einsatz auf dem Wettschein wird auch durch das Budget entschieden. Weil der Hengst trotz eines 10er-Rekords nicht als Sprinter bekannt ist, geht die Tendenz aber zum Rotstift.

Für die italienischen Besitzer von JABALPUR (14) waren die letzten Monate mehr Traum, als Realität. Nach nur einem Prepare aus der Pause, gewann ihr Crack Ende Juni den Prix Rene Balliere und stellte mit 08,7 auch noch einen neuen Bahnrekord auf. Einem zweiten Platz in Enghien folgte mit dem Sieg gegen starke Konkurrenz im Grand Prix du Departement Alpes Maritimes noch ein semi-klassischer Erfolg. Und mit dem Gran Premio delle Nazioni holte sich der Booster Winner-Sohn am 01. November in Mailand, fast Start-Ziel, den nächsten Klassiker, wobei er Inexess Bleu auf Rang Zwei verwies. Somit standen alle Vorzeichen in Richtung Qualifikation für den kommenden Prix d’Amerique. Auch wenn der Chavatte-Schützling nicht als sonderlich starker Steher bekannt ist, wurde er von den meisten Wettern als Favorit in den 'Bourbonnais' geschickt. Zu stark waren die letzten Leistungen. Mit diesem Rennen erwachten die Eigentümer aber auch wieder aus ihrem Traum. Einen Kilometer vor dem Ziel wurde er von Stammfahrer Gabi Gelormini in die Todesspur geführt. Als die spätere Siegerin 600 Meter vor dem Pfosten an seiner Seite auftauchte, war es aber schon um den 6jährigen geschehen. Was der Trainer schon erahnte, wurde bei der Untersuchung am gleichen Abend bestätigt. Jabalpur war krank und wurde umgehend behandelt. Damit stellen sich für heute natürlich mindestens zwei Fragen: Wie gut hat die Behandlung angeschlagen und kann der Hengst aus der zweiten Reihe das passende Rennen finden? Durch die Rückkehr auf "seine" Distanz kann der Bahnrekordler aber nicht ausgelassen werden.

Mit etwas Anlauf hat JANGO VICI (15) in diesem Jahr wieder annähernd zur Bestform gefunden. Drei Siege stehen aus der Saison 2025 zu Buche, aber es gab auch kleine Rückschläge. So wurde er am 04. Dezember von Benjamin Rochard über die Mitteldistanz sehr offensiv vorgetragen. Vom mittleren Startplatz hinter dem Auto schoss der Sohn von Dragon des Racques sofort an die Spitze und legte eine flotte Pace vor. Der Hengst führte das Feld fast bis in den Einlauf, ehe er deutlich untergegangen ist. Am Ende stand ein nur ein neunter Platz, der aber immerhin mit einer neuen Bestmarke von 10,3 garniert wurde. Sehr viel besser war der Start am 14. Dezember in Vincennes. Auf Gruppe III-Niveau agierte der 6jährige aus der Deckung, verlor aber im Schlussbogen beim Angriff sein Führpferd. Auch wenn er bis ins Ziel schon weit hinter den ersten Beiden eingenommen ist, zog er sein Finish gut durch. Er gehört zu den besseren Außenseitern, denen man einen Platz im den erweiterten Wetten einräumen kann.

Das IROISE DE LA NOE (16) hier überhaupt einen Startplatz gefunden hat, war im Vorfeld gar nicht anzunehmen. Trainer Thomas Levesque hoffte bislang eigentlich eher auf den Prix de Belgique (Q6), weil dort auch die Chance auf eine erfolgreiche Qualifikation über den langen Weg höher ist. Dennoch wird man versuchen, die kleine Möglichkeit aus der zweiten Reihe von ganz außen zu nutzen. Für die Fuchsstute ist der Sprint absolutes Neuland. Solch eine kurze Distanz hatte sie in ihrer Karriere noch nicht zu gesehen, weshalb man auch die Qualitäten auf den 2.100 Metern schwer einschätzen kann. Das die Tornado Bello-Tochter bisher eher den Eindruck einer Steherin hinterlassen hat, schließt eine Platzierung in der heutigen Königswette aber nicht aus. Zudem zeigt ihr aktueller Trend wieder aufwärts. Nach über fünf Monaten Pause, brauchte die 7jährige nur ein Aufbaurennen, um sich in der Folge mit zwei Ehrenplätzen wieder in Szene zu setzen. Allerdings fanden beide Partien nur auf Course B-Ebene statt. Zuletzt war sie sogar deutlich favorisiert und hatte ihre Zulage von 25 Metern schon nach 800 Metern ausgeglichen, um die Spitze zu übernehmen. Da der Ausbilder derzeit eine lange Sperre absitzen muss, war erneut Robin Lamy an Bord, der Iroise de la Noe auch in den Einlauf führen konnte. Auch wenn sie sehr tapfer kämpfte, wurde sie kurz vor der Linie abgefangen, nahm aber in guten 12,0/2.875 Meter die zweite Prämie mit. Für sie zählt derzeit jeder Euro, weil der Kontostand noch entscheidend für einen Startplatz im 'Belgique' sein kann. Für einen Platz in den Kombinationen sollte man sie dennoch vormerken.

Tipp:

JUSHUA TREE (3)

GO ON BOY (2)

HOKKAIDO JIEL (5)

JABALPUR (14)

JOSH POWER (9)

Für die Kombinationen: IGUSKI SAUTONNE (4) - CROWN (10) - IROISE DE LA NOE (16)

Samstag 27 Dezember 19:05 Uhr
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Luba Sonn

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Ich finde sowohl die Aussage, als auch das Vorgehen unpassend, wenn man sich die Sätze der vergangenen Monate anhört. In etwa wie "Er ist unser Champion", Er bestimmt den Fahrplan..."

 

 

 

 

Dem gegenüber steht natürlich die Tatsache, dass es für einen relativ kleinen Stall unglaublich schwierig ist, einen Amerique-Starter zu formen. Und wer weiß, wie die Form von Jabalpur in einem Jahr aussieht...

Samstag 27 Dezember 19:24 Uhr
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Gambler

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Die Übersetzung Lungenentzündung hört sich erst einmal schlimm an. Ich kann(möchte) aber nicht glauben, dass es eine schlimme Entzündung war. Tippe eher auf einen Infekt. Sonst könnte J. unmöglich im Bourgogne starten. Meine Meinung. 

Samstag 27 Dezember 19:55 Uhr
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Labido

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Eine Lungenentzündung ist ein Infect.Das Ganze hört sich schon sehr merkwürdig an.In 4 Wochen geheilt,Training unter Medikamenten.......................

Samstag 27 Dezember 19:56 Uhr
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Luba Sonn

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Gambler schreibt:

Die Übersetzung Lungenentzündung hört sich erst einmal schlimm an. Ich kann(möchte) aber nicht glauben, dass es eine schlimme Entzündung war. Tippe eher auf einen Infekt. Sonst könnte J. unmöglich im Bourgogne starten. Meine Meinung. 

Das wird auch so sein, aber letztlich bleibt der Fakt, dass Jabalpur, nach Aussage des Trainers, nicht ausreichend vorbereitet in ein B-Rennen geht. Das kann ja auch nicht gut sein.

Ich möchte das Team Chavatte ja auch nicht zu sehr an den Pranger stellen. Erstmal sind das absolute Vollprofis. Und wer weiß wie man selbst in dieser Situation agieren würde. Aber es müsen ja mindestens zwei Arbeiten fehlen, die auf diesem Niveau kaum zu kompensieren sind.

Außerdem ging es mir auch darum, die Information weiterzugeben. Wie man damit auf dem Wettschein umgeht, muss jeder für sich selbst entscheiden  😉

Samstag 27 Dezember 20:07 Uhr
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Luba Sonn

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Labido schreibt:

Eine Lungenentzündung ist ein Infect.Das Ganze hört sich schon sehr merkwürdig an.In 4 Wochen geheilt,Training unter Medikamenten.......................

Genau das dachte ich auch, als es hieß, dass er im Bourgogne laufen soll. Vor allem weil es sogar nur drei Wochen sind.

Wenn er unter die ersten Vier läuft, hätte ich gern ne Quote von 1,1 , dass er zur Dopingprobe muss  😁

Montag 29 Dezember 08:29 Uhr
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Dip

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Die Quittung dafür gab's dann gestern! 

Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wie  ein professioneller Trainer ein offensichtlich nicht mal annähernd 100% fittes Pferd in dieses Rennen schickt. Kurz vor dem Start hat er es im Interview auch nochmal bestätigt, was die Sache für mich noch unverständlicher macht. 
Dass man gerne in den PdA möchte - speziell mit dem derzeit wohl besten Pferd im Stall - ist natürlich nachvollziehbar. Aber doch nicht um jeden Preis?! 
Ein Lungeninfekt ist keine Kleinigkeit und kann im ungünstigsten Fall auch noch lange nachwirken. Dummerweise hat ihn sich der Hengst zum denkbar unpassendsten Zeitpunkt eingefangen, womit dieser Start im "Bourgogne" rational betrachtet noch nicht einmal eine angedachte Option hätte sein dürfen. 
Wenn es jetzt ganz dumm kommt kann er sein Pferd nun noch länger in die Ecke stellen. Der Start gestern hat Jabalpur jedenfalls nicht gutgetan haben, völlig unabhängig vom Resultat.

Montag 29 Dezember 12:25 Uhr
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Gambler

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War irgendwie ein komisches Rennen. Siegzeit 11,3 über 2100m. Jetzt kann man sagen, dass das Rennen unterwegs langsam war. Aber die Tracking-Zeiten zeigen, dass es, bis auf die ersten etwas schnelleren 500m, relativ gleichmäßig war und zwar auf einem für mich doch relativ niedrigem Niveau. Abrivard bspw. zog ca. 370m vor dem Ziel die Watte und als von Just Love You keine Reaktion kam, hat er nichts mehr gemacht. Trotzdem verlor sie bis ins Ziel nur ca. 3 Längen, da die anderen auch nicht wirklich beschleunigen konnten. Auch Go on Boy, der nach einem Traumrennverlauf für seine Verhältnisse noch früh genug frei kam, explodierte nicht sondern musste für den zweiten Platz kämpfen.  

Montag 29 Dezember 12:29 Uhr
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Markus H

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Muss man wahrscheinlich unter Größenwahn ansehen. Einfach mal das Ticket für den PDA einsammeln und dann in 4 Wochen gewinnen... Für das Pferd kann man nur wünschen, dass es eine längere Auszeit bekommt. 

Montag 29 Dezember 12:44 Uhr
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Gambler

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Bzgl. Jabalpur. Hab das Interview nicht gehört. Sagte Chavatte etwas darüber, ob die Besitzer vielleicht unbedingt starten wollten ? Er scheint, wenn ich es richtig sehe, der einzige Trainer in FR des Stalles zu sein. Hat dieses Jahr ca. 450.000 für die Besitzer gewonnen. Das sind ca. 22% seiner Gesamtgewinne. Trotzdem könnte man sich natürlich dagegen wehren ein nicht ganz fittes Pferd in solch einem Rennen anzuspannen.

Montag 29 Dezember 13:56 Uhr
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Dip

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Nein, das hat er nicht explizit erwähnt, aber ich denke auch, dass dies der Grund sein wird, bzw. sein muss. 
Klar legt man sich nicht gerne mit den Besitzern eines solchen Pferdes an, aber als Trainer muss man mMn spätestens hier die Notbremse ziehen! 
JMB oder Duvaldestin wäre so etwas garantiert nicht passiert! 


Montag 29 Dezember 15:24 Uhr
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Dip

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Auf Facebook hat sich Chavatte heute früh zu Wort gemeldet und sich über viele, zum Teil abfällige Kommentare geäußert, die ihn im Anschluss an den "Bourgogne" erreichten.

Dort erklärt er u.a., dass Jabalpur kürzlich krank gewesen sei, seine Vorbereitung daraufhin für 10 Tage(!) unterbrochen werden musste, es in Anbetracht dieser langen und erfolgreichen Saison aber auch völlig legitim sei, dass das Pferd nun ermüdet sei und daher nun erstmal etwas Urlaub machen wird. Dies alles seien unbestreitbare Fakten, und wer dies nicht verstehen würde, dem fehlte es an Einsicht.

Abgesehen davon, dass etwaige Zweifel hinsichtlich Jabalpurs Könnens natürlich völliger Schwachsinn sind und man abfällige Bemerkungen, die mitunter ja auch gerne mal in Beleidigungen übergehen, nicht unbedingt haben möchte, sollte sich Herr Chavatte vielleicht auch einmal die Frage stellen, wie er es selbst mit der Einsicht (zum Beispiel an der nicht nachvollziehbaren Entscheidung hinsichtlich des Startens eines angeschlagenen Pferdes) so handhabt.

Und danach könnte er auch über den generellen Umgang mit Kritik(ern) auf social media-Plattformen nachdenken. Wenn er als Trainer von sich aus anbietet, das wettende Publikum auf diesem Weg mit Informationen über seine Pferde zu versorgen, ist das natürlich zunächst einmal positiv zu sehen.
Dass im Laufe der Zeit irgendwann auch mal der eine oder andere Spinner dummes Zeug von sich gibt, sollte ihm aber auch nicht gänzlich neu sein, denn das haben vor ihm schon einige andere erlebt (z.B. Mourice vor einigen Jahren, der daraufhin seine social media-Aktivitäten entweder vorübergehend auf Eis legte oder sogar ganz einstellte). Dass nahezu jeder social media-affine Promi aus den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens ebenfalls damit konfrontiert wird, sei hier nur am Rande erwähnt.

Final bleibt festzuhalten, dass es letzten Endes vor allem einen Verlierer in der ganzen Geschichte gibt, nämlich Jabalpur! Und Chavatte spielt dabei keine sonderlich glückliche Rolle und ist als verantwortlicher Trainer des Pferdes sowieso alles andere als unschuldig daran.

Montag 29 Dezember 15:26 Uhr
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Labido

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Kirsche auf dem cake wäre jetzt,wenn sie das Pferd wegen schlechter Leistung abholen.

Montag 29 Dezember 19:53 Uhr
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Labido

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Der Sohn von Booster Winner und Sliema , der nach seinem Sieg im Prix René Ballière im vergangenen Juni den absoluten Rekord auf der Pariser Aschenbahn (1:08,7) hält, wird im nächsten Frühjahr wieder zu sehen sein: „Er hat diesen Dienstag eine tierärztliche Untersuchung und wird eine kurze Pause einlegen. Ich bin überzeugt, dass er in Topform zurückkommen wird, und im Frühjahr stehen einige wichtige Rennen an. Auf kleineren Bahnen ist er extrem stark . Ich hatte einen Trainingsplan, aber der ist etwas durcheinandergeraten. Es liegt an ihm, aber wenn er in Bestform ist, wird sein Ziel entweder der Elitloppet oder der Prix René Ballière sein.“Jabalpur, der am Sonntag im Prix de Bourgogne – Amérique Races Q5 in Vincennes ohne Platzierung blieb, konnte sein wahres Potenzial nicht zeigen . Arnaud Chavatte, Sohn seines Trainers Alain, erklärt die Gründe: „Das Pferd konnte aufgrund einer Krankheit, von der es sich noch nicht erholt hat, nicht seine volle Leistung abrufen . Wir konnten es nicht optimal vorbereiten. Meiner Meinung nach, und auch laut seinem Fahrer Gabriele Gelormini, der kein gutes Gefühl bei ihm hatte, ist er nicht konkurrenzfähig.“ 

Kurze Pause,dann wieder Eliteloop Träumereien.er sollte sich von seinem Sohn beraten lassen,der scheint realistischer eingestellt zu sein.

 

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