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| Autor | Beitrag |
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| Mittwoch 21 Januar 13:12 Uhr | |
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Nach mehreren Fehlkäufen von 2.Hand-Starter ( es wurde leider immer wieder vergessen, wichtige Krankheiten und OP`s beim Kauf mitzuteilen ) habe ich mich mit der Zucht beschäftigt, nach dem Motto * kaputt machen kann ich mein Pferd alleine, dafür brauche ich keinen anderen*. Ich fand das einmalige Online-Seminar für Zucht sehr informativ und brachte auch einige AHA-Effekte mit sich. Es ist schon faszinierend mitzuerleben, wie ein (evtl) zukünftiger Sportpartner geboren wird und beinflussend aufwächst. Das Beiwohnen der Geburt ist der Beginn einer besonderen Verbindung (jedenfalls für weibliche Sportbegeisterte). Und nein, ich hatte dabei nie den Kosten-Wirtschaftsfaktor im Blick. Dass der Zwerg, sollte er jemals Rennen laufen wohl nie die Kosten reinholen kann, dafür muß ich kein Mathegenie sein. Was er für eine gesunde Fohlenzeit brauchte hat er auch bekommen, ohne wenn und aber. Ich habe Röngtenbilder bzgl. OCD fertigen lassen und den Genotyp bestimmen lassen. Alleine aus Wissensdrang, was ich mir da gezogen habe und mit welchen gesundheitlichen Aspekten ich in dieses Abenteuer gestartet bin. Nun stehe ich im Zwiespalt mit mir, ob es sich noch lohnt ein zweites Fohlen zu ziehen. Was mich so ein wenig verwundert, dass Hengste grundsätzlich in Deutschland nicht gekört werden, der Genotyp nicht bestimmt wird und man in ausländischen Hengstkatalogen Informationen über das Objekt seiner Begierde einholen muß, bzw. die Samen teuer im Ausland beordern kann, bzw. die Stute zum Hengst ins Ausland gebracht werden muß. Nach meinem Wissen werden die Hengste aus der Reiterei auch gekört. Ist das ein Versäumnis der deutschen Traberzucht, oder ist es einfach nicht erwünscht. Zumal ja eigentlich Hengste mit Fehlern und Krankheiten dann ausgeschlossen werden würden und es dadurch auch weniger Fohlen mit evtl. Defekten geboren würden. |
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| Mittwoch 21 Januar 14:14 Uhr | |
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Wie schon erwähnt: Lohnen, im Sinne von finaziell, eigentlich nie. Soweit ich mich erinnern kann, wurde die Zuchtzulassung für Traberhengste schon in den 90er Jahren aufgeweicht, bzw abgeschafft. Anfangs durfte man nur mit dem eigenen Hengst züchten, später war auch das dann egal. Als Begründung hieß es, glaube ich, man wollte die kleinen Besitzer, die sich keine teuren Hengstsprünge leisten konnten, fördern. Letztendlich wurde die Verantwortung des Zuchtverbandes auf die (kleinen) Züchter abgewälzt. Denn, wie im Eingangspost schon geschrieben, muss sich jeder Stutenbesitzer selbst erkundigen. Das betrifft leider nicht nur die genetischen Eigenschaften, sondern auch vermeindliche Nebensächlichkeiten, wie: Wann ist der Hengst aus dem Rennbetrieb ausgeschieden und warum? Treten bei Nachkommen vermehrt igendwelche (negativen) Eigenheiten auf? Chip, Gaumensegel, etc. Sind die Nachkommen eher "heiss" oder eher "abgeklärt" Das und viele weitere Infos muss sich leider hier in Deutschland, der Stutenhalter umständlich zu jedem einzelnen Hengst, erfragen. Da kann man wirklich neidisch auf die Schweden und Franzosen werden. Aber als Stutenhalter ist man von jedem Fohlen gleichermaßen begeistert. Diese kleinen, knopfäugigen, langbeinigen Wesen umherspringen und aufwachsen zu sehen, entschädigt den finanziellen Aufwand. Mein Wunsch: Wenn schön keine Körpflicht, dann doch wenigstens eine freiwillige Körung und ggf. nach x Jahren eine Nachkörung.
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| Mittwoch 21 Januar 14:39 Uhr | |
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Da gehe ich komplett mit. Mir ist bei meinem Fohlen schon wichtig, welcher Inzuchtkoeffizient und Zuchtlevel beide Elterntiere haben. Passen beide Elterntiere überhaupt zusammen, haben sie Gen-Defekte, wieviel Franzosenanteil, welcher Genotyp und und und... das alles ist natürlich keine Garantie für einen zukünftigen Derbygewinner, trotzdem kann schon vieles im Voraus evtl. ausgeschlossen werden. Auffällig finde ich die vielen (Kreuzungen) Franzosen-Standardbred. Obwohl bekannt ist, dass die Franzosen kein Interesse an eine Genotyp-Bestimmung haben und entsprechend auch nicht selektieren, werden dann die talentfrei-Trotteurs trotzdem in Deutschland zur Zucht eingesetzt und der ahnungslose Käufer wundern sich, warum sein Pferd kein Bein vor das andere richtig setzen kann. Auktioner mit Chips würden in den nordischen Ländern weder zur Auktion zugelassen noch würden die Züchter straffrei davon kommen. Auch der Verkauf ohne Fohlen-TÜV ist dort undenkbar. Hier in Deutschland wird der Hobbyzüchter damit noch etwas im Regen gelassen, schade irgendwie. Wenigstens versucht nun Breedly da etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Blodbank war da zwar etwas genauer und informativer, doch leider nicht mehr abschließend eingepflegt. Viele Jungster sind dort schon gar nicht mehr aufgeführt. Schade. |
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| Mittwoch 21 Januar 15:51 Uhr | |
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Schönes Thema, danke dafür!
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| Mittwoch 21 Januar 16:16 Uhr | |
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Wir haben uns auch ein mal gewagt zu züchten. Den Hengst zu finden war nicht so einfach, die Stute stand schon fest: Wir hatten nur eine und mit der wollte meine Frau unbedingt züchten. Die Rennlaufbahn der Stute war, sagen wir mal überschaubar ist schon sehr hoch gegriffen. Daher machte ich mir auch wenig Hoffnung auf einen Ausnamekönner. Heraus gekommen ist dann unser Juwel U an dem wir viele Jahre großen Spass hatten und der nun zusammen mit seiner Mama auf der Wiese ein schönes Rentnerleben genießt. Mit wenig Erwartungen auf große Erfolge sind wir die Sache angegangen, wollten einfach nur mal von Anfang an alles selbst erleben. Und das hat sich warlich gelohnt. Ich hatte Buch geführt über jede einzelne Ausgabe, nur um mal festzuhalten was es kostet von der Bedeckung bis zum 1. Rennen. Die Buchführung habe ich in die Tonne geworfen noch bevor der Kleine auf der Welt war. Da kommt schon ein hübsches Sümmchen zustande. Aber ich wollte mir die Freude an der Sache nicht durch den schöden Mammon vermiesen lassen. |
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| Mittwoch 21 Januar 16:34 Uhr | |
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Ich glaube, so entstehen die größten Wundertüten, wenn man das eine.-und andere noch beachtet.😄 Über die Kosten darf man gar nicht nachdenken. Alleine die Bedeckung bis zum Equidenpass in Schweden ist man ein halbes Vermögen los. Schon deshalb, da dort die Fohlen zur DNA direkt vorgeführt werden müßen, nicht wie in Deutschland der Tierarzt Blut nimmt und das dann ins Labor geschickt wird. Dann die schwedischen Rechnungen mit einer saftigen Überweisungsgebühr von Deutschland nach Schweden. Röngtenbilder, Genotyp und und und.....ich denke in Deutschland wäre alles um einiges billiger geworden, aber auch unsicherer. Jetzt die Ausfuhr und Zuführung in den HVT. Und nu macht der HVT es wieder kompliziert. Eingetragen als * schwedisch * aber den Einfuhrschein als Züchter mit Berliner Adresse. Die evtl. Züchterprämie werde ich wohl dennoch in Deutschland vergessen können.. sei es drum..dafür wird es dann in Schweden um einiges leichter werden.... trotzdem war es mir der ganze Spaß wert und ich kenne die Gesundheit meines Pferdes und weiß genau wie die Mutterstute in der Tragezeit versorgt wurde und Fohli ebenfalls😊 |
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| Mittwoch 21 Januar 20:19 Uhr | |
Tsunami Diamant schreibt: stimmt was hier im Forum fehlt wäre so eine Art Tagebuch eines Pferdes vom Fohlen bis zum Elitloppsieger 😉 |
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| Mittwoch 21 Januar 20:35 Uhr | |
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Züchten ist etwas für Millionäre. Lotto Spielen ist rentabler. Ein ehemaliger bayrischer Champion fragte mich mal:Wieviel Geld hast du für deine zucht schon aufgearbeitet?
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| Mittwoch 21 Januar 20:41 Uhr | |
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Lottoscheine schauen mich aber nicht mit großen Knopfaugen an. Dennoch mache ich beides, Lotto und Fohlen. Und ja, über Wirtschaftlichkeit brauche ich erst gar nicht nachdenken. Das ist aber vorab bekannt. Was gibt es schöneres, als gemeinsam im Zweitakt über die Ziellinie zu fahren. |
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| Mittwoch 21 Januar 22:59 Uhr | |
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Ich würde sogar einen Schritt weitergehen, und ähnlich wie bei Anteilen an einem Rennpferd, anteilig an der Zucht eines Rennpferdes dabei zu sein. Von der Planung bis zur Rennbahn. Man wäre bei der Auswahl des Hengstes dabei Drückt die Daumen, ob die Stute aufnimmt Spekuliert, was nach 11 Monaten das Licht der Welt erblickt Und begleitet das Fohlen von den ersten Schritten bis zur Rennbahn. Man sollte diese Teilhabe als eine spannende Reise mit allen aufs und abs antreten! |
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| Mittwoch 21 Januar 23:01 Uhr | |
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die körung wurde in deutschland abgeschafft, weil ein warmblutzüchter die eintragung seines fohlens eingeklagt hatte. ursprünglich bekamen nur fohlen von gekörten hengsten zuchtpapiere. als das fohlen, ein ergebnis einer wilden bedeckung eines hengstes mit vollem zuchtpapier nicht eingetragen werden sollte, hatte er geklagt und vor gericht recht bekommen. solange die abstammung geklärt ist und die elterntiere dem zuchtbuch angehören, muss das fohlen zuchtpapiere bekommen. damit hatte sich der wert der körung erledigt, die zuchtvereine konnten auch keinen druck mehr ausüben. körung bei den trabern ist insofern sehr schwierig, da sie direkt mit einer wertminderung einhergeht. im schlimmstenfall bedeutet es das ende der zuchtkarriere bevor ein fohlen geboren wurde würden sie mit einem hengst decken, der OCD hat oder hatte, fesselträgerschäden, operiertem kehlkopf, überbiss, peridische augenentzündung, asthma, shivering, hufrollensyndrom, ECVM ? all das ist vererblich und trotzdem zu managen, in kompetenten händen werden das trotzdem gute rennpferde, aber erstmal schreckt das ab auf eine körung bei der nur allgemeinblabla wie schöner rücken, nettes gesicht, raumgreifender gang aufgezählt wird, kann ich persönlich verzichten eine ansprechende vorstellung bilder von vorne hinten und beiden seiten mit wideristhöhe, kruppenhöhe, rückenlänge und den üblichen röntgenbilden nach beendigung der rennlaufbahn wäre schon etwas, bei franzosen stuten wie hengsten noch der genotyp. ebenso auflistung rekorde gewinnsumme nach jahren und strecke, ebenso eine vorstellung des züchterischen backgrounds der mutterlinie wie sie bei den franzosenauktionen üblich ist
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| Mittwoch 21 Januar 23:43 Uhr | |
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Dass die Körung in Deutschland abgeschafft ist, stimmt nicht. Alle Warmblut Zuchtverbände führen Körungen durch. Die Hengste werden röntgenologisch und klinisch einheitlich untersucht und nur zugelassen, wenn keine größeren Befunde festgestellt werden. Die Ergebnisse sind transparent. Das EU Tierzuchtrecht fordert zur Zulassung von Vatertieren keine Körung bzw. Mindestleistung mehr. Die Zuchtverbände können innerhalb der vorgeschriebenen Zuchtprogramme für die einzelnen Rassen Mindestvoraussetzungen für die Eintragung in das Zuchtbuch bzw. die Fortschreibung der Körung festsetzen, was sie auch tun. Wo ist eigentlich das Zuchtprogamm des Deutschen Trabrennpferdes veröffentlicht?? |
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| Donnerstag 22 Januar 06:12 Uhr | |
Christina Hempel schreibt: Ich denke, da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn ich als kleiner Sportbegeisterter von Opa Geld bekomme, um mir ein Auktioner beim Derby zu kaufen und dieser dann schon voller Chips u.a Überraschungen ist, ohne dass mir dies vorher mitgeteilt wurde, muß ich wieder bei Opa anklopfen und um Geld bitten. Da ist schon mal die erste Freude an dem Sport vergangen. Da habe ich dann auch schon kaum mehr eine Chance in eine teure OP-Versicherung zu kommen. Soviel ich weiß sind in Deutschland auch keine AKU`s vorgeschrieben, was auch wieder ein Nachteil für den Käufer ist. Auf der Auktion kaufe ich den Jährling wie gesehen und als Wundertüte. Der Verlierer bin definiv ich. Ausser Spesen erstmal nichts gewesen. Da ist die Freude am Sport schon rapide im Keller. In den nordischen Ländern ist der Käufer davor geschützt. Da würde sich kein Züchter wagen, solch ein Jährling bei der Auktion anzubieten. Danach kann er sich beim nordischen Arbeitsamt melden. Es gibt zwar hier eine gesetzliche Rücknahmepflicht, was sich aber natürlich als sehr schwierig rausstellt und dann auch wieder hohe Prozesskosten hervorbringt. Ich kann natürlich auch Glück haben und der Auktioner ist soweit gesund, allerdings ein CC-Typ, was mir auch keiner gesagt hat. Dann ist erneut der Züchter Gewinner und ich Verlierer. Ich kann mich an ein Auktioner in Mariendorf erinnern, da hing an seinem Stall ein Befund, dass dieser Jährling mit hoher Warscheinlichkeit nur * bedingt* rennfähig sein wird. Das hatte mich sehr beeindruckt. Das fand ich sehr gut und auch fair, allerdings natürlich schlecht für den Verkäufer. ( Wobei man sich da schon die Frage stellen darf, weshalb solch ein Jährling auf die Auktion kommt) Naja, und über Verkaufs-Starter sollte man sich lieber gar nicht erst unterhalten. Nicht einer war nach dem Kauf renntauglich, nicht eine Information über den wirklichen Gesundheitszustand, einfach nur erschreckend.....natürlich erleidet der Züchter ein Verlust, wenn der Hengst nicht decken darf, allerdings werde ich dann als Käufer auch vor finanziellen Schaden geschützt. Und die Qualität der Traber würde in die Höhe schießen. Die nordischen Länder machen uns das vor, warum können wir das nicht ? |
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| Donnerstag 22 Januar 06:18 Uhr | |
Andrea Kaufmann schreibt: Da kenne ich nur den HVT. Jeder Wald.-und Wiesenhengst kann nach Anmeldung im HVT zur Zucht angeboten werden, ohne auch nur ein Defekt angeben zu müssen. Man sieht allenfalls im HVT die überdurchschnittliche Sterberate von Fohlen und kann sich diesbezüglich so seine Gedanken machen. In den nordischen Ländern würden mehr als 1/3 der angebotenen Hengste gar nicht zugelassen werden. Ich sage mir immer *mein Geld hat ja beim Kauf auch keine Defekte, OCD, Magengeschwüre o.ä.*. |
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| Donnerstag 22 Januar 12:10 Uhr | |
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| Donnerstag 22 Januar 12:31 Uhr | |
Forstwald schreibt: Das wäre doch mal eine super Idee und ein tolles Projekt. Vielleicht sollte man mal über eine Interessenbekundungsanfrage nachdenken, ob da mehrere Sportfans auf solch ein Abenteuer Lust haben. An einer Mutterstute würde es sicherlich nicht scheitern. |
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